23.10.2026: Maungatautari – Rotorua (89 km)
Übernachtung: Rotorua Thermal Holiday Park (65,- NZ$)
Mobilfunkempfang:
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Wetter: Tag: ☀️ 21°C, Nacht: 8°C





Auf Tuchfühlung mit Kiwis und Schafen
Heute stand ein ganz besonderes Erlebnis auf unserem Programm: Wir besuchten die National Kiwi Hatchery Aotearoa auf dem Gelände des Agrodome bei Rotorua. Hier dreht sich alles um Neuseelands Nationalvogel, den Kiwi. Wir wollten diese außergewöhnlichen Tiere endlich einmal mit eigenen Augen sehen – und unser Besuch sollte sich wirklich lohnen!
Und warum heißt die Kiwi-Frucht eigentlich Kiwi?
Übrigens gibt es noch eine interessante Verbindung zwischen unserem heutigen Erlebnis und der Frucht, die wir alle aus dem Supermarkt kennen. Ursprünglich stammt die Kiwi-Frucht nämlich gar nicht aus Neuseeland, sondern aus China. Dort wurde sie lange Zeit als chinesische Stachelbeere bezeichnet.
Als die Frucht im 20. Jahrhundert in Neuseeland angebaut und später für den Export vermarktet wurde, suchte man nach einem Namen, der besser zu ihrer neuen Heimat passte. In den 1950er-Jahren setzte sich schließlich die Bezeichnung „Kiwi“ durch – angelehnt an den kleinen, braunen, flugunfähigen Vogel, der als Nationalsymbol Neuseelands gilt.
Die Ähnlichkeit ist unverkennbar: Mit ihrer braunen, leicht pelzigen Schale erinnert die Frucht tatsächlich ein wenig an das Gefieder des Kiwis. So kam es, dass heute nicht nur der Vogel, sondern auch die beliebte Frucht untrennbar mit Neuseeland verbunden ist.
Eine kleine Besonderheit gibt es allerdings: Während die Frucht international meist einfach „Kiwi“ heißt, nennen die Neuseeländer sich selbst ebenfalls gern „Kiwis“. Im Alltag muss man also manchmal aus dem Zusammenhang erkennen, ob gerade vom Vogel, von der Frucht oder von den Menschen des Landes die Rede ist!



Ein faszinierender Einblick in die Welt der Kiwis
Bei einer Führung erfuhren wir jede Menge über das Leben der Kiwis und die Herausforderungen, vor denen diese besonderen Vögel in Neuseeland stehen. Obwohl der Kiwi als Nationalsymbol des Landes gilt, ist seine Zukunft alles andere als gesichert. Die verschiedenen Kiwi-Arten sind durch eingeschleppte Raubtiere wie Hermeline, Frettchen, Wiesel und Hunde bedroht. Besonders die Küken sind gefährdet. Ohne Schutzmaßnahmen haben viele von ihnen kaum eine Chance, das Erwachsenenalter zu erreichen.
Deshalb ist die Arbeit der Kiwi Hatchery so wichtig. Hier werden Eier aus der Natur eingesammelt, die Küken geschützt ausgebrütet und die Jungvögel aufgezogen. Wenn sie groß und kräftig genug sind, können sie in geschützte Gebiete ausgewildert werden. So hilft die Einrichtung dabei, die Bestände dieser einzigartigen Tiere zu sichern.
Anschließend betraten wir einen speziell gestalteten Raum, der den natürlichen Lebensraum der Kiwis nachbildet. Es war dunkel, kühl und wirkte tatsächlich wie ein neuseeländischer Wald bei Nacht. Das hat seinen guten Grund: Kiwis sind überwiegend nachtaktiv und besitzen einen ausgesprochen feinen Geruchssinn. Mit ihrem langen Schnabel suchen sie im Waldboden nach Würmern, Insekten und anderen kleinen Tieren.
Filmen und Fotografieren war dort ausdrücklich verboten, damit die Tiere nicht gestört werden. Deshalb gibt es von diesem Erlebnis leider keine Bilder. Dafür hatten wir das große Glück, gleich zwei Kiwis beobachten zu können: einen ausgewachsenen, stattlichen Vogel und einen gerade einmal fünf Monate alten Jungvogel. Es war faszinierend, diese Tiere einmal nicht nur aus Büchern oder von Bildern zu kennen, sondern sie tatsächlich vor sich zu sehen.
Danach ging es noch in die eigentliche Aufzuchtstation. Dort konnten wir einen Blick hinter die Kulissen werfen und erfahren, wie die Eier ausgebrütet und die frisch geschlüpften Küken versorgt werden. Man könnte diesen Bereich beinahe als eine Art Wochenbett für die kleinen Kiwis bezeichnen. In einer geschützten Umgebung werden sie betreut und aufgepäppelt, bis sie für die nächsten Schritte ihrer Entwicklung bereit sind.
Und auch hier hatten wir Glück: Wir durften sogar ein winziges Kiwi-Baby sehen! Ein wirklich besonderes Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auch hier galt natürlich: keine Fotos. Aber manchmal sind es gerade die Erlebnisse, die man nicht mit der Kamera festhalten kann, die einem besonders im Gedächtnis bleiben.
Vom Kiwi zum Schaf – eine überraschende Entdeckung
Nach so vielen spannenden Eindrücken wollten wir eigentlich nur noch ein wenig durch den Farmshop des Agrodome bummeln und uns umsehen. Doch dann gerieten wir eher zufällig in eine Vorführung rund um Neuseelands berühmte Schafwirtschaft.
Was zunächst nach einer kleinen Zugabe aussah, entpuppte sich als ausgesprochen unterhaltsames und informatives Erlebnis. Neuseeland ist bekannt für seine Schafzucht, und wir bekamen verschiedene Schafrassen vorgestellt, die hier gehalten werden. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Tiere aussehen und welche Eigenschaften sie für die Landwirtschaft mitbringen.
Besonders beeindruckend war die Vorführung der Hütehunde. Mit erstaunlicher Konzentration und auf die Kommandos ihres Trainers hin trieben sie die Schafe zusammen und dirigierten sie über die Fläche. Es war faszinierend zu sehen, wie eng Mensch und Hund bei dieser Arbeit zusammenarbeiten.
Ein weiteres Highlight war das Schafscheren. Dabei konnten wir beobachten, wie geschickt und routiniert ein Schaf von seiner Wolle befreit wurde. Was für uns wie eine kleine Show aussah, gehört für viele neuseeländische Farmer zum ganz normalen Arbeitsalltag.
Natürlich durften wir die Schafe anschließend auch streicheln. So kamen wir den Tieren ganz nah und konnten die Vorführung in aller Ruhe auf uns wirken lassen.
Rückblickend war dieser ungeplante Zwischenstopp ein echter Glücksfall. Wir hatten nicht nur viel über Kiwis gelernt, sondern auch einen interessanten Einblick in einen wichtigen Teil der neuseeländischen Landwirtschaft erhalten.
Auf nach Rotorua
Nach diesem erlebnisreichen Tag machten wir uns schließlich auf den Weg nach Rotorua, um einen Campingplatz für die Nacht zu finden. Da Wochenende ist, war einiges los und viele Stellplätze waren bereits belegt. Die Suche gestaltete sich deshalb etwas schwieriger als gedacht.
Aber am Ende hatten wir Glück und fanden einen Platz, mit dem wir zufrieden sein konnten. Der Camper stand, und wir konnten den Tag entspannt ausklingen lassen.
Unser Fazit: Ein rundum gelungener Tag mit vielen interessanten Eindrücken, einem winzigen Kiwi-Baby, beeindruckenden Hütehunden und einer Menge neuer Erkenntnisse über Neuseelands Tierwelt. Manchmal sind es eben auch die spontanen Entdeckungen, die eine Reise besonders machen!


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