Tag 15 – Neuseeland 2026

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22.10.2026: Hahai – Maungatautari (211 km)

Übernachtung: Hora Hora Domain Free (0,- NZ$)

Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang LTE

Wetter: Tag: ☀️ 21°C, Nacht: 7°C

Cathedral Cove und ein Strand voller heißer Überraschungen

Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang und einem leckeren Frühstück mit herrlichem Blick auf das Meer packten wir unsere Sachen zusammen. Unseren Camper ließen wir auf dem Parkplatz stehen, denn um 10 Uhr wollten wir mit dem Wassertaxi zur berühmten Cathedral Cove fahren.

Schon die Anfahrt vom Wasser aus war ein Erlebnis. Die Küste zeigte sich von ihrer schönsten Seite: türkisblaues Meer, helle Sandstrände und bizarre Felsformationen, die über Jahrtausende von Wind und Wellen geformt wurden. Das Highlight ist ein gewaltiger Felsdurchgang, der an das Portal einer Kathedrale erinnert. Durch diesen natürlichen Durchgang blickt man auf einen weiteren Strandabschnitt, eingerahmt von beeindruckenden Felsen. Ein traumhafter Anblick und ein Ort, an dem man am liebsten die Zeit vergessen würde.

Für den Rückweg entschieden wir uns, zu Fuß zu gehen und den Wanderweg entlang der Küste zu nehmen. Auch dieser Weg hatte wieder einiges zu bieten: üppiges Grün, Farne und eine Vielzahl anderer subtropischer Pflanzen begleiteten uns auf unserer Wanderung.

Auf dem letzten Stück passierte uns dann allerdings ein kleines Missgeschick. Wir gerieten versehentlich auf einen eigentlich gesperrten Abschnitt des Weges. Dort entdeckten wir die Spuren eines Erdrutsches, der vermutlich der Grund für die Sperrung war. Zum Glück konnten wir die Stelle passieren, ohne dass uns etwas zustieß. Im Nachhinein war uns allerdings klar, dass eine Absperrung nicht ohne Grund dort steht.

Wieder am Camper angekommen, setzten wir unsere Fahrt fort. Unser nächstes Ziel lag gar nicht weit entfernt: der Hot Water Beach.

Ein warmes Bad im Sand – und eine neue Vogelbegegnung

Am Hot Water Beach angekommen, spazierten wir zunächst am Strand entlang und beobachteten das bunte Treiben. Überall versuchten Besucher, die unterirdischen heißen Quellen aufzuspüren. Mit Schaufeln bewaffnet, gruben sie Löcher in den Sand, um sich ihren eigenen kleinen Thermalpool zu schaffen.

Natürlich wollten wir das auch ausprobieren! Doch so einfach, wie es aussah, war es offenbar nicht. Wir hatten gehört, dass man an manchen Stellen kleine Bläschen aufsteigen sehen könne, die auf das heiße Wasser im Untergrund hinweisen. Wir suchten und suchten, aber die richtigen Stellen fanden wir einfach nicht.

Dazu kam, dass es inzwischen schon recht spät war und die Flut langsam näher rückte. Die besten Bedingungen hatten wir also offenbar verpasst.

Schließlich entdeckten wir zwei Schweizerinnen, die sich bereits eine Mulde gegraben hatten und gemütlich im warmen Wasser saßen. Wir schauten uns das Ganze genauer an, und ich versuchte, mit dem Fuß selbst ein wenig Sand beiseitezuschieben. Und tatsächlich: Unter der Oberfläche war das Wasser richtig warm, an manchen Stellen sogar erstaunlich heiß!

Auch wenn es mit unserem eigenen Thermalpool nicht geklappt hatte, war es ein spannendes Erlebnis, diese ungewöhnliche Naturerscheinung einmal selbst zu spüren. Wer kann schließlich schon behaupten, am Strand im Sand zu stehen und unter den eigenen Füßen heißes Wasser zu entdecken?

Doch damit war unser Besuch am Hot Water Beach noch nicht ganz zu Ende. Am Strand begegnete uns noch ein weiterer gefiederter Bewohner Neuseelands, den wir bisher nicht gesehen hatten: ein Austernfischer. Natürlich musste auch dieser neue Vogel fotografisch festgehalten werden. Das Foto seht ihr hier im Blog.

Damit hatten wir wieder einige besondere Eindrücke gesammelt: eine spektakuläre Küstenlandschaft, heiße Quellen unter dem Sand und eine weitere Begegnung mit der faszinierenden Vogelwelt Neuseelands. Anschließend setzten wir unsere Reise fort. Wohin es uns als Nächstes verschlug, erzählen wir im weiteren Verlauf unseres Tagesberichts.

Die Besucher graben sich einfach eine Mulde in den Sand, lassen das warme Wasser hineinlaufen und schaffen sich so ihren ganz persönlichen kleinen Thermalpool direkt am Meer. Ein ungewöhnliches Badevergnügen, bei dem Natur und Strandurlaub auf ganz besondere Weise zusammenkommen.

Auf alten Eisenbahngleisen durch die Karangahake Gorge

Unser nächster Stopp führte uns zur Karangahake Gorge, einer beeindruckenden Schlucht, in der sich Natur und Geschichte auf besondere Weise verbinden.

Hier verlief früher eine Eisenbahnstrecke, die Paeroa mit Waihi verband. Sie wurde vor allem für den Transport von Menschen und Gütern in einer Region genutzt, die durch den Goldbergbau geprägt war. Die Strecke wurde 1905 eröffnet. Nachdem 1978 der neue Kaimai-Eisenbahntunnel in Betrieb genommen worden war, wurde die alte Verbindung stillgelegt. Heute kann man auf dem historischen Wanderweg einen Teil dieser Strecke erkunden.

Besonders gespannt waren wir auf den alten Eisenbahntunnel. Und der hatte es tatsächlich in sich: Rund einen Kilometer ist er lang! Wir machten uns zu Fuß auf den Weg und liefen durch den langen, beleuchteten Tunnel, der sich durch den Fels zieht. Es ist schon ein besonderes Gefühl, dort entlangzugehen, wo früher Züge durch die Berge fuhren. Statt des Ratterns der Räder und des Pfeifens einer Lokomotive hörten wir heute unsere eigenen Schritte.

Uns hat dieser Abstecher richtig gut gefallen. Die Kombination aus der alten Eisenbahntechnik, der spannenden Geschichte der Region und der eindrucksvollen Landschaft der Schlucht machte diesen Ort zu einem lohnenden Zwischenstopp.

Danach hieß es wieder: Camper startklar machen und weiterfahren. Noch ungefähr 70 Kilometer lagen vor uns, bevor wir uns nach einem Platz für die Nacht umsahen.

Schließlich fanden wir einen kostenlosen Campingplatz, der sich als echter Glücksgriff herausstellte. Statt eines gewöhnlichen Stellplatzes erwartete uns eine wunderschöne Lage direkt an einem See. Nach den Erlebnissen des Tages konnten wir hier wunderbar zur Ruhe kommen und den Abend in dieser herrlichen Umgebung ausklingen lassen.

Wieder einmal zeigte sich, dass es auf unserem Roadtrip nicht immer die großen, berühmten Sehenswürdigkeiten sein müssen. Manchmal sind es gerade die unerwarteten Entdeckungen unterwegs und ein schöner Platz für die Nacht, die einen Reisetag perfekt machen.

Tagesstrecke
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