Tag 17 – Neuseeland 2026

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24.10.2026: Rotorua (0 km)

Übernachtung: Rotorua Thermal Holiday Park (65,- NZ$)

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Wetter: Tag: ☀️ 20°C (gefühlt 23°C), Nacht: 8°C

Rotorua – Schwefelgeruch, Vegemite und ein Spaziergang durch die Stadt

Frühstück mit einer besonderen Geschmackserfahrung

Was kann schlimmer sein als der Geruch von Schwefel, der hier in Rotorua an vielen Ecken in der Luft liegt? Wir haben beim Frühstück eine Antwort auf diese Frage gefunden: Vegemite! 😄

Vegemite ist ein typisch australischer Brotaufstrich, der aus Hefeextrakt hergestellt wird und für seinen sehr kräftigen, salzigen und leicht bitteren Geschmack bekannt ist. Er ist dunkelbraun, fast schwarz, und hat eine ziemlich intensive Würze. Schmeckt ungefähr wie, wenn man einen Maggiwürfel zerstößt, mit etwas Margarine vermischt und dann auf das Brot schmiert. Die Australier und auch manche Neuseeländer lieben ihn – am liebsten dünn auf gebuttertem Toast. Für ungeübte Gaumen ist die erste Begegnung damit allerdings eine echte Herausforderung. Da kann selbst der Schwefelgeruch von Rotorua fast appetitlicher erscheinen!

Bei einem ausgedehnten Frühstück haben wir heute Morgen unsere Pläne für den Tag geschmiedet. Die umliegenden Thermalparks wollten wir heute erst einmal links liegen lassen. Die Eintrittspreise haben es nämlich ganz schön in sich! Stattdessen wollen wir uns morgen noch einen Park anschauen, der auf unserer weiteren Strecke liegt und hoffentlich etwas preisgünstiger ist.

Also machten wir uns nach dem Frühstück vom Campingplatz aus zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt von Rotorua. Die nette Rezeptionistin hatte uns dafür einen kleinen Stadtplan mitgegeben und gleich noch den schönsten Weg eingezeichnet. So konnten wir die Strecke abseits des viel befahrenen Highways zurücklegen.

Geothermie zum Nulltarif

Schon auf dem Weg in die Stadt kamen wir an mehreren geothermisch aktiven Flächen vorbei. Und das Beste daran: Hier konnten wir dieses Naturschauspiel völlig kostenlos erleben!

Auf einer größeren Fläche scheint die Natur regelrecht Pause zu machen. Kaum Vegetation, kein üppiges Grün – stattdessen kahle Erde, dampfende Stellen und überall kleine Öffnungen im Boden, aus denen Rauchschwaden aufsteigen. Wobei es natürlich kein gewöhnlicher Rauch ist, sondern vor allem Wasserdampf und Gase, die aus dem Erdinneren entweichen.

Rotorua liegt in einer geothermisch sehr aktiven Region Neuseelands. Unter der Erdoberfläche ist ordentlich was los, und das macht sich nicht nur optisch bemerkbar. Der unverkennbare Schwefelgeruch gehört hier einfach dazu. Er ist zwar deutlich wahrnehmbar, aber zumindest an diesen Stellen noch auszuhalten, ohne sich ständig die Nase zuhalten zu müssen.

Es ist schon faszinierend, wie selbstverständlich hier die Kräfte der Erde zum Vorschein kommen. Anderswo muss man für solche Naturerlebnisse Eintritt bezahlen – in Rotorua begegnet man ihnen teilweise einfach am Wegesrand.

Eine kleine Verschnaufpause im Polynesian Spa

Nach unserer ausgedehnten Tour durch die geothermischen Gebiete – und bevor wir unseren Stadtbummel fortsetzten – gönnten wir uns erst einmal eine kleine Belohnung. Im Polynesian Spa ließen wir uns einen Eisbecher schmecken.

Das war genau das Richtige, um kurz durchzuschnaufen und neue Kräfte für den restlichen Tag zu sammeln. Schließlich sollte unser Spaziergang noch weitergehen.

Government Gardens und das imposante Museum

Anschließend besuchten wir die Government Gardens, eine der bekanntesten Parkanlagen Rotoruas. Die gepflegten Grünflächen und die historischen Gebäude bilden einen interessanten Kontrast zu den dampfenden und nach Schwefel riechenden Landschaften, die wir zuvor gesehen hatten.

Besonders beeindruckend ist das Gebäude des Rotorua Museum, das sich im ehemaligen Badehaus der Stadt befindet. Der markante Bau mit seiner historischen Architektur und den auffälligen Fassaden wirkt ausgesprochen repräsentativ. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Badehaus errichtet und war Teil der damaligen Bemühungen, Rotorua als Kur- und Gesundheitszentrum bekannt zu machen. Es gilt als eines der bedeutenden historischen Bauwerke der Stadt.

Das Museum selbst ist derzeit wegen notwendiger Erdbebensicherungsarbeiten geschlossen. Schon von außen ist das Gebäude aber sehenswert und erzählt viel über die Geschichte Rotoruas als Thermal- und Kurort.

Wir schlenderten noch ein wenig durch die Government Gardens und genossen die besondere Atmosphäre dieser historischen Anlage. Nach den geothermischen Eindrücken war das ein schöner Wechsel.

Ein Bummel durch Rotorua

Danach ging es weiter durch die Innenstadt. Rotorua ist keine riesige Metropole, und so hatten wir die wichtigsten Einkaufsstraßen schnell erkundet. Es gibt einige Geschäfte, Cafés und zahlreiche Imbisse, in denen sich Besucher nach ihren Ausflügen stärken können.

Wir ließen uns einfach ein bisschen treiben und schauten, was es zu entdecken gab. In einem Jadeladen wurden wir schließlich fündig und kauften noch ein paar Geschenke für zu Hause. Jade hat in Neuseeland eine besondere Bedeutung: Der grüne Stein, auch Pounamu genannt, ist für die Māori ein wertvolles Kulturgut und wird traditionell zu Schmuck und kunstvollen Anhängern verarbeitet.

Damit hatten wir unseren Stadtbummel erfolgreich abgeschlossen. Rotorua hat uns heute einmal von einer anderen Seite überrascht: nicht nur mit seinen berühmten Thermalgebieten, sondern auch mit historischen Gebäuden, gepflegten Gärten und kleinen Geschäften, in denen man schöne Erinnerungsstücke findet.

Unser Abend bei den Māori – ein Erlebnis für alle Sinne

Nach unserem Stadtbummel durch Rotorua stand am Abend noch ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm: der Besuch eines Māori-Dorfes. Dafür haben wir immerhin 80 Euro pro Person bezahlt, und entsprechend gespannt waren wir, was uns erwarten würde. Wir wollten mehr über die Kultur, die Traditionen und die Geschichte der Māori erfahren – und natürlich waren wir neugierig, was dieser Abend für uns bereithalten würde.

Auf Entdeckungstour durch den Wald

Zu Beginn wurden wir von einem Māori empfangen, der uns einiges über sein Volk und dessen Lebensweise erzählte. Dann ging es zu Fuß in den Wald. Nach den Eindrücken des Tages in Rotorua, wo uns überall die geothermischen Dämpfe und der typische Schwefelgeruch begleitet hatten, war das eine ganz andere Art, die Umgebung zu erleben.

Mit jedem Schritt tauchten wir tiefer in die Waldlandschaft ein. Die Bäume und die natürliche Umgebung bildeten die Kulisse für die Erklärungen unseres Führers. Wir hielten immer wieder an, um seinen Ausführungen zu lauschen und mehr über die Bedeutung der Natur und bestimmter Orte für die Māori zu erfahren. Es war schön, nicht einfach nur durch den Wald zu laufen, sondern immer wieder einen Grund zu haben, stehen zu bleiben und genauer hinzuschauen.

Gerade solche Momente machen eine Reise interessant: Man ist an einem fremden Ort, sieht vieles zum ersten Mal und merkt, dass hinter Dingen, die zunächst ganz selbstverständlich wirken, oft eine lange Geschichte steckt.

Der Haka – kraftvoll, laut und beeindruckend

Ein Höhepunkt des Abends war die Vorführung der traditionellen Māori-Tänze. Uns wurde erklärt, welche Bedeutung die einzelnen Tänze und Gesten haben. Und natürlich durfte auch der berühmte Haka nicht fehlen.

Man kennt ihn vielleicht aus dem Fernsehen, wenn die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft vor einem Spiel den Haka aufführt. Ihn selbst bei einer solchen Veranstaltung zu erleben, ist aber noch einmal etwas anderes.

Die kräftigen Bewegungen, die ausdrucksstarken Gesichter und die lauten, rhythmischen Rufe machen deutlich, wie viel Energie in dieser Darbietung steckt. Wenn die Bewegungen aufeinander abgestimmt sind und die Stimmen gemeinsam einsetzen, entsteht eine besondere Dynamik. Man schaut nicht einfach nur zu, sondern bekommt ein Gefühl dafür, wie ausdrucksstark diese Tradition ist.

Besonders interessant fanden wir, dass uns nicht nur etwas vorgeführt wurde. Zwischendurch erklärte unser Gastgeber immer wieder die Hintergründe und die Bedeutung der Bräuche. Dadurch konnten wir das Gesehene besser einordnen. Der Haka ist schließlich weit mehr als eine spektakuläre Show – er ist Ausdruck von Identität, Gemeinschaft und kultureller Geschichte.

Endlich Essen – und davon reichlich!

Nach den vielen Eindrücken ging es zum Essen. Und das war wirklich lecker! Vor allem war reichlich vorhanden, sodass wir uns ordentlich bedienen konnten. Nach unserem langen Tag mit dem Spaziergang durch Rotorua und dem Abendprogramm kam diese Stärkung gerade recht.

Wir ließen es uns schmecken und konnten die bisherigen Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen. Solche gemeinsamen Mahlzeiten gehören für mich zu den schönen Momenten einer Reise: Man sitzt zusammen, genießt das Essen und lässt die Eindrücke auf sich wirken.

Glühwürmchen in der Dunkelheit

Doch der Abend war noch nicht vorbei. Als die Dunkelheit hereingebrochen war, machten wir uns erneut auf den Weg durch den Wald. Diesmal wartete ein ganz anderes Erlebnis auf uns: Wir besuchten Bereiche mit Glühwürmchen und sahen uns auch Höhlen an.

In der Dunkelheit wirken selbst vertraute Dinge plötzlich anders. Man kann nicht mehr alles auf den ersten Blick erkennen, und die Aufmerksamkeit richtet sich viel stärker auf das, was tatsächlich zu sehen ist. Zwischen den dunklen Konturen der Umgebung wurden die kleinen Leuchtpunkte der Glühwürmchen sichtbar. Sie wirkten wie winzige Lichter, die in der Finsternis verteilt waren (Richtige Glühwürmchen wie wir sie aus Europa kennen, gibt es in Neuseeland allerdings nicht. Hier handelt es sich um die Larven von Pilzmücken, die ein kaltes blaugrünes Licht durch eine chemische Reaktion im Körper erzeugen, um kleine Beutetiere in klebrigen Seidenfäden zu fangen).

Das war ein wunderschöner Kontrast zu den Eindrücken des Tages: Am Morgen hatten wir noch auf dampfende Flächen und Öffnungen im Boden geschaut, aus denen Wasserdampf und Gase aufsteigen. Jetzt waren wir in der Dunkelheit unterwegs und bestaunten die kleinen natürlichen Lichtpunkte im Wald.

Auch das ursprüngliche Māori-Dorf wurde uns noch gezeigt. Damit bekamen wir weitere Einblicke in die Geschichte und Lebensweise der Māori. Es war ein schöner Abschluss eines Abends, an dem wir viel gesehen, gehört und gelernt hatten.

Familiär? Na ja, nicht ganz!

Bei aller Begeisterung gibt es aber auch etwas, das wir ehrlich ansprechen möchten.

Die Veranstaltung war als mehr oder weniger familiäres Erlebnis angekündigt worden. Wir hatten uns darunter vorgestellt, in einer kleinen Gruppe unterwegs zu sein, mit etwas mehr persönlichem Kontakt und vielleicht auch der Gelegenheit, in Ruhe mit den Maori selbst ins Gespräch zu kommen.

Die Realität sah allerdings anders aus: Es waren ungefähr 400 Besucher da!

Bei so vielen Menschen ist es natürlich schwierig, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Man ist Teil einer großen Gruppe, folgt dem Programm und bekommt die verschiedenen Vorführungen und Erklärungen geboten. Das war zwar interessant, aber eben nicht ganz das, was wir uns unter einer persönlichen Begegnung mit der Māori-Kultur vorgestellt hatten.

Ich hatte mir im Vorfeld sogar Gedanken darüber gemacht und per E-Mail versucht, einen persönlichen Kontakt herzustellen. Leider hat das nicht so geklappt, wie ich es mir erhofft hatte. Das fand ich schon schade. Denn gerade solche Begegnungen sind es doch, die eine Reise für mich besonders machen.

Wir möchten nicht nur etwas über ein Land erfahren, sondern auch mit den Menschen ins Gespräch kommen. Wir möchten zuhören, Fragen stellen und vielleicht ein wenig davon erfahren, wie sie selbst ihre Traditionen erleben und was ihnen wichtig ist. Eine große Veranstaltung mit einem festen Programm kann viel Wissen vermitteln, aber sie bietet eben nur begrenzt Raum für solche persönlichen Momente.

Lohnt sich der Besuch?

Trotzdem war der Abend für uns insgesamt sehr schön. Wir haben viel gelernt, die traditionellen Tänze und den Haka erlebt, gut gegessen und zum Abschluss die Glühwürmchen in der Dunkelheit gesehen. Für rund 80 Euro pro Person bekommt man einiges geboten. Es war ein abwechslungsreiches Programm, und wir bereuen nicht, daran teilgenommen zu haben.

Wenn uns jemand fragt, ob wir den Besuch empfehlen würden, lautet unsere Antwort deshalb: Ja, wenn man sich für die Kultur der Māori interessiert und das Geld dafür ausgeben möchte. Man sollte allerdings wissen, dass es bei einer Veranstaltung mit rund 400 Gästen eher ein touristisches Erlebnis als eine familiäre Begegnung ist.

Wer dagegen, so wie wir, auf der Suche nach einem persönlicheren Austausch ist, dem würden wir empfehlen, gezielt nach kleineren Angeboten Ausschau zu halten. Vielleicht lohnt es sich, direkt Kontakt zu Māori-Gemeinschaften aufzunehmen oder nach einer Begegnung in einem Marae, einem traditionellen Versammlungsort, zu fragen. Dabei sollte man natürlich die jeweiligen Traditionen und Regeln respektieren und akzeptieren, dass nicht jede Gemeinschaft Besuche anbietet.

Wir nehmen jedenfalls viele schöne Eindrücke mit. Besonders die Erklärungen zu den Tänzen, die kraftvolle Darbietung des Haka, das gute Essen und der nächtliche Spaziergang mit den Glühwürmchen werden uns in Erinnerung bleiben.

Unser persönliches Fazit: Es war ein wirklich schöner und interessanter Abend, auch wenn wir uns unter einer familiären Veranstaltung etwas anderes vorgestellt hatten. Manchmal merkt man auf Reisen eben erst vor Ort, was einen erwartet. Und auch das gehört dazu: sich auf etwas Neues einzulassen, die schönen Seiten zu genießen und ehrlich zu sagen, was man sich anders gewünscht hätte.

Für uns war es jedenfalls ein erlebnisreicher Abschluss unseres Tages in Rotorua – und vielleicht ergibt sich auf unserer weiteren Reise ja noch einmal die Gelegenheit, die Māori-Kultur auf eine etwas persönlichere Weise kennenzulernen.

Und morgen? Da wartet vielleicht noch ein weiterer Thermalpark auf uns. Mal sehen, wie viel Schwefelgeruch und Eintrittsgeld wir dann verkraften!


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