26.10.2026: Whakapapa Village (0 km)
Übernachtung: Whakapapa Holiday Park (60,- NZ$)
Mobilfunkempfang:
5G 🛜
Wetter: Tag: 🌧️ ☁️ 🌤️ 14°C, Nacht: 7°C
Wenn aus Plan B eine Traumwanderung wird
Manchmal kommt es anders als geplant – und manchmal wird daraus ein richtig guter Tag. Genau so war es heute bei uns im Tongariro-Nationalpark.
Der ursprüngliche Plan fällt ins Wasser
Eigentlich hatten wir uns für heute eine ganz besondere Herausforderung vorgenommen: das berühmte Tongariro Alpine Crossing. Rund 20 Kilometer führt diese spektakuläre Tageswanderung durch eine einzigartige Vulkanlandschaft. Allerdings handelt es sich um einen One-Way-Trail. Man muss also vorher organisieren, wie man vom Parkplatz zum Einstieg gelangt und später wieder zu seinem Fahrzeug zurückkommt.
Gestern hatten wir versucht, einen Shuttle zu buchen. Doch die meisten waren bereits ausgebucht. Lediglich eine teure Möglichkeit für rund 70 Euro war noch verfügbar. Das war uns dann doch zu viel – schließlich bekommt man für dieses Geld beinahe eine ganze Tankfüllung für unseren Camper!
Also musste ein Plan B her. Wir wollten vom Campingplatz aus den Taranaki Falls Walk unternehmen. Sechs Kilometer, ungefähr zwei Stunden – und wenn wir noch Lust hätten, könnten wir die Wanderung verlängern.
Doch zunächst machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Als wir heute Morgen aufwachten, regnete es. Also blieben wir erst einmal gemütlich liegen und ließen den Tag langsam beginnen. Und siehe da: Irgendwann hörte der Regen auf, die Wolken wurden lichter und die Sonne zeigte sich.
Eine kleine technische Überraschung
Bevor wir loskonnten, mussten wir uns allerdings noch mit unserem Camper beschäftigen. Unser Stromkabel machte Probleme. Zunächst vermuteten wir, dass die Steckdose auf dem Campingplatz defekt sei. Nach genauerem Hinsehen stellte sich aber heraus, dass tatsächlich unser eigenes Kabel kaputt war.
Zum Glück konnten uns die Mitarbeiter auf dem Campingplatz mit einem Ersatzkabel aushelfen. Damit war das Problem erst einmal gelöst. Auf unserer Weiterfahrt Richtung Wellington müssen wir nun bei Wendekreisen vorbeischauen und ein neues Stromkabel besorgen. Ein kleiner zusätzlicher Punkt auf unserer ohnehin schon langen Reiseliste!
Drei Vulkane und ein immer besserer Ausblick

Rund um unseren Standort prägen drei markante Vulkane die Landschaft. Da ist zunächst der mächtige Mount Ruapehu, mit rund 2.797 Metern der höchste der drei Berge. Seine Gipfelregion ist häufig schneebedeckt und beherbergt ein bekanntes Skigebiet.
Daneben erhebt sich der Mount Tongariro, der mit seinen verschiedenen Kratern und vulkanischen Landschaften ebenfalls beeindruckend ist. Und dann gibt es noch den Mount Ngauruhoe. Mit seiner nahezu perfekten Kegelform sieht er aus, als hätte jemand einen Vulkan aus dem Bilderbuch in die Landschaft gestellt. Er ist etwa 2.290 Meter hoch und gehört zu den markantesten Bergen Neuseelands.

Am Morgen steckte Ngauruhoe noch vollständig in den Wolken. Doch während wir wanderten, riss die Wolkendecke immer weiter auf. Nach und nach gaben die Berge ihre Konturen frei, bis wir schließlich alle drei Vulkane in ihrer ganzen Pracht sehen konnten.



Was für ein Anblick!
Die Taranaki Falls – und warum sechs Kilometer nicht genug waren
Endlich ging es los auf den Taranaki Falls Walk. Der Weg führt durch die für den Nationalpark typische Landschaft aus niedriger Vegetation, vulkanischem Gestein und weiten Ausblicken. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf die umliegenden Berge.
Ein Höhepunkt der Runde sind natürlich die Taranaki Falls. Das Wasser stürzt hier rund 20 Meter über eine Felskante aus vulkanischem Gestein in ein darunter liegendes Becken. Der Wasserfall ist nicht nur wegen seiner Höhe sehenswert, sondern auch wegen seiner besonderen Umgebung. Die dunklen Felsen und das sprudelnde Wasser bilden einen schönen Kontrast zur grünen Landschaft ringsum.


Uns gefiel die Wanderung so gut, dass wir beschlossen, noch ein Stück weiterzugehen. Aus unserem ursprünglichen Plan wurde deshalb eine deutlich längere Tour.
Türkisblaues Wasser am Fuße des Ngauruhoe
Unser zusätzliches Ziel waren die Tama Lakes, zwei Seen in einer beeindruckenden vulkanischen Landschaft zwischen Ruapehu und Ngauruhoe. Die Seen liegen in alten Vulkankratern und sind über einen Wanderweg vom Whakapapa-Gebiet aus erreichbar.

Besonders der Blick auf das intensiv blaue Wasser ist beeindruckend. Vor der Kulisse der mächtigen Vulkane wirkt die Landschaft beinahe unwirklich. Hier zeigt Neuseeland einmal mehr, warum wir so gerne unterwegs sind: Hinter jeder Wegbiegung wartet eine neue Perspektive, und manchmal muss man einfach stehen bleiben, schauen und den Moment genießen.
Das Wetter spielte inzwischen richtig gut mit. Die Sonne ließ die Landschaft leuchten, während es mit zunehmender Höhe spürbar kühler und windiger wurde. Zum Glück waren wir entsprechend ausgerüstet.
Apropos Ausrüstung und Vorbereitung: wer vergessen hat vorher noch einmal die Toilette zu benutzen, hat auf dem Trail die Chance dazu. Aber: BYOP (Bring your own Paper)!

Am Ende standen 16,8 Kilometer auf unserer Tagesbilanz. Aus der ursprünglich geplanten kleinen Runde von sechs Kilometern war eine ausgedehnte Wanderung geworden. Das Tongariro Alpine Crossing hatten wir zwar nicht gemacht, aber wir waren beide ziemlich begeistert von dem, was wir stattdessen erlebt hatten.
Und ganz ehrlich: Mit dem Wetterglück, den freien Blicken auf die Vulkane, dem Wasserfall und den Tama Lakes war unser Plan B alles andere als eine schlechte Alternative!
Zurück am Campingplatz
Als wir schließlich wieder unseren Campingplatz erreichten, waren wir ziemlich geschafft. Die Beine hatten sich die Ruhepause redlich verdient. Zunächst gab es etwas zu essen, danach stand noch der Abwasch an.
Dabei kamen wir mit einem Pärchen ins Gespräch, das aus dem Vogtland stammt. Manchmal muss man bis ans andere Ende der Welt reisen, um Menschen aus der Heimatregion zu treffen. Wir plauderten ein wenig über unsere Erlebnisse und ließen den Wandertag gemütlich ausklingen.
So ging ein Tag zu Ende, der am Morgen noch ziemlich verregnet begonnen hatte. Das große Tongariro Alpine Crossing blieb zwar auf unserer Wunschliste, aber dafür haben wir heute eine andere Seite des Nationalparks kennengelernt – und dabei 16,8 Kilometer voller beeindruckender Landschaften erlebt.
Unser Fazit des Tages: Manchmal lohnt es sich, Pläne zu ändern. Denn aus einem vermeintlichen Ersatzprogramm kann ein echtes Reisehighlight werden.
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