Kategorie: Die Reise

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  • Tag 19 – Neuseeland 2026

    26.10.2026: Whakapapa Village (0 km)

    Übernachtung: Whakapapa Holiday Park (60,- NZ$)

    Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang 5G 🛜

    Wetter: Tag: 🌧️ ☁️ 🌤️ 14°C, Nacht: 7°C


    Wenn aus Plan B eine Traumwanderung wird

    Manchmal kommt es anders als geplant – und manchmal wird daraus ein richtig guter Tag. Genau so war es heute bei uns im Tongariro-Nationalpark.

    Der ursprüngliche Plan fällt ins Wasser

    Eigentlich hatten wir uns für heute eine ganz besondere Herausforderung vorgenommen: das berühmte Tongariro Alpine Crossing. Rund 20 Kilometer führt diese spektakuläre Tageswanderung durch eine einzigartige Vulkanlandschaft. Allerdings handelt es sich um einen One-Way-Trail. Man muss also vorher organisieren, wie man vom Parkplatz zum Einstieg gelangt und später wieder zu seinem Fahrzeug zurückkommt.

    Gestern hatten wir versucht, einen Shuttle zu buchen. Doch die meisten waren bereits ausgebucht. Lediglich eine teure Möglichkeit für rund 70 Euro war noch verfügbar. Das war uns dann doch zu viel – schließlich bekommt man für dieses Geld beinahe eine ganze Tankfüllung für unseren Camper!

    Also musste ein Plan B her. Wir wollten vom Campingplatz aus den Taranaki Falls Walk unternehmen. Sechs Kilometer, ungefähr zwei Stunden – und wenn wir noch Lust hätten, könnten wir die Wanderung verlängern.

    Doch zunächst machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Als wir heute Morgen aufwachten, regnete es. Also blieben wir erst einmal gemütlich liegen und ließen den Tag langsam beginnen. Und siehe da: Irgendwann hörte der Regen auf, die Wolken wurden lichter und die Sonne zeigte sich.

    Eine kleine technische Überraschung

    Bevor wir loskonnten, mussten wir uns allerdings noch mit unserem Camper beschäftigen. Unser Stromkabel machte Probleme. Zunächst vermuteten wir, dass die Steckdose auf dem Campingplatz defekt sei. Nach genauerem Hinsehen stellte sich aber heraus, dass tatsächlich unser eigenes Kabel kaputt war.

    Zum Glück konnten uns die Mitarbeiter auf dem Campingplatz mit einem Ersatzkabel aushelfen. Damit war das Problem erst einmal gelöst. Auf unserer Weiterfahrt Richtung Wellington müssen wir nun bei Wendekreisen vorbeischauen und ein neues Stromkabel besorgen. Ein kleiner zusätzlicher Punkt auf unserer ohnehin schon langen Reiseliste!

    Drei Vulkane und ein immer besserer Ausblick

    Rund um unseren Standort prägen drei markante Vulkane die Landschaft. Da ist zunächst der mächtige Mount Ruapehu, mit rund 2.797 Metern der höchste der drei Berge. Seine Gipfelregion ist häufig schneebedeckt und beherbergt ein bekanntes Skigebiet.

    Daneben erhebt sich der Mount Tongariro, der mit seinen verschiedenen Kratern und vulkanischen Landschaften ebenfalls beeindruckend ist. Und dann gibt es noch den Mount Ngauruhoe. Mit seiner nahezu perfekten Kegelform sieht er aus, als hätte jemand einen Vulkan aus dem Bilderbuch in die Landschaft gestellt. Er ist etwa 2.290 Meter hoch und gehört zu den markantesten Bergen Neuseelands.

    Am Morgen steckte Ngauruhoe noch vollständig in den Wolken. Doch während wir wanderten, riss die Wolkendecke immer weiter auf. Nach und nach gaben die Berge ihre Konturen frei, bis wir schließlich alle drei Vulkane in ihrer ganzen Pracht sehen konnten.

    Was für ein Anblick!

    Die Taranaki Falls – und warum sechs Kilometer nicht genug waren

    Endlich ging es los auf den Taranaki Falls Walk. Der Weg führt durch die für den Nationalpark typische Landschaft aus niedriger Vegetation, vulkanischem Gestein und weiten Ausblicken. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf die umliegenden Berge.

    Ein Höhepunkt der Runde sind natürlich die Taranaki Falls. Das Wasser stürzt hier rund 20 Meter über eine Felskante aus vulkanischem Gestein in ein darunter liegendes Becken. Der Wasserfall ist nicht nur wegen seiner Höhe sehenswert, sondern auch wegen seiner besonderen Umgebung. Die dunklen Felsen und das sprudelnde Wasser bilden einen schönen Kontrast zur grünen Landschaft ringsum.

    Uns gefiel die Wanderung so gut, dass wir beschlossen, noch ein Stück weiterzugehen. Aus unserem ursprünglichen Plan wurde deshalb eine deutlich längere Tour.

    Türkisblaues Wasser am Fuße des Ngauruhoe

    Unser zusätzliches Ziel waren die Tama Lakes, zwei Seen in einer beeindruckenden vulkanischen Landschaft zwischen Ruapehu und Ngauruhoe. Die Seen liegen in alten Vulkankratern und sind über einen Wanderweg vom Whakapapa-Gebiet aus erreichbar.

    Besonders der Blick auf das intensiv blaue Wasser ist beeindruckend. Vor der Kulisse der mächtigen Vulkane wirkt die Landschaft beinahe unwirklich. Hier zeigt Neuseeland einmal mehr, warum wir so gerne unterwegs sind: Hinter jeder Wegbiegung wartet eine neue Perspektive, und manchmal muss man einfach stehen bleiben, schauen und den Moment genießen.

    Das Wetter spielte inzwischen richtig gut mit. Die Sonne ließ die Landschaft leuchten, während es mit zunehmender Höhe spürbar kühler und windiger wurde. Zum Glück waren wir entsprechend ausgerüstet.

    Apropos Ausrüstung und Vorbereitung: wer vergessen hat vorher noch einmal die Toilette zu benutzen, hat auf dem Trail die Chance dazu. Aber: BYOP (Bring your own Paper)!

    Am Ende standen 16,8 Kilometer auf unserer Tagesbilanz. Aus der ursprünglich geplanten kleinen Runde von sechs Kilometern war eine ausgedehnte Wanderung geworden. Das Tongariro Alpine Crossing hatten wir zwar nicht gemacht, aber wir waren beide ziemlich begeistert von dem, was wir stattdessen erlebt hatten.

    Und ganz ehrlich: Mit dem Wetterglück, den freien Blicken auf die Vulkane, dem Wasserfall und den Tama Lakes war unser Plan B alles andere als eine schlechte Alternative!

    Zurück am Campingplatz

    Als wir schließlich wieder unseren Campingplatz erreichten, waren wir ziemlich geschafft. Die Beine hatten sich die Ruhepause redlich verdient. Zunächst gab es etwas zu essen, danach stand noch der Abwasch an.

    Dabei kamen wir mit einem Pärchen ins Gespräch, das aus dem Vogtland stammt. Manchmal muss man bis ans andere Ende der Welt reisen, um Menschen aus der Heimatregion zu treffen. Wir plauderten ein wenig über unsere Erlebnisse und ließen den Wandertag gemütlich ausklingen.

    So ging ein Tag zu Ende, der am Morgen noch ziemlich verregnet begonnen hatte. Das große Tongariro Alpine Crossing blieb zwar auf unserer Wunschliste, aber dafür haben wir heute eine andere Seite des Nationalparks kennengelernt – und dabei 16,8 Kilometer voller beeindruckender Landschaften erlebt.

    Unser Fazit des Tages: Manchmal lohnt es sich, Pläne zu ändern. Denn aus einem vermeintlichen Ersatzprogramm kann ein echtes Reisehighlight werden.

  • Tag 18 – Neuseeland 2026

    25.10.2026: Rotorua – Whakapapa Village (200 km)

    Übernachtung: Whakapapa Holiday Park (60,- NZ$)

    Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang 5G 🛜

    Wetter: Tag: ☁️ 🌤️ ☀️ 19°C (gefühlt 21°C), Nacht: 8°C


    Von dampfenden Terrassen zum Lake Taupō – unterwegs Richtung Tongariro

    Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Wai-O-Tapu Thermal Wonderland, etwa 30 Kilometer von unserem Ausgangspunkt entfernt. Wir waren gespannt auf die berühmten farbenprächtigen Seen, dampfenden Becken und außergewöhnlichen Landschaften.

    Der Eintritt ist mit 49 NZ-Dollar pro Person zwar nicht ganz billig, aber wir finden, dass sich der Besuch lohnt. Es gibt unglaublich viel zu bestaunen: bunte Terrassen, dampfende Erdspalten und blubbernde Becken. Und der Schwefelgeruch ist natürlich allgegenwärtig! Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

    Wenn man durch das Gelände läuft, wird einem schnell bewusst, wie viel Arbeit dahintersteckt, diese außergewöhnliche Landschaft für Besucher zugänglich zu machen. Die Wege und Holzstege müssen schließlich gepflegt und instand gehalten werden. Da versteht man auch, warum der Eintritt seinen Preis hat.

    Wenn die Sonne den Green Lake zum Leuchten bringt

    Besonders in Erinnerung geblieben ist uns der Green Lake. Als wir dort ankamen, war der Himmel noch ziemlich bewölkt. Wir trafen ein Pärchen aus Prag, und wir kamen miteinander ins Gespräch. Gemeinsam warteten wir darauf, dass sich die Wolken vielleicht noch verziehen würden.

    Dabei unterhielten wir uns auch über die Māori und ihre Traditionen. Es ging unter anderem um die Vorstellung, dass bestimmte Māori die Natur beeinflussen könnten – sogar Wolken und Sonnenschein.

    Und tatsächlich: Kurze Zeit später riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam zum Vorschein. Plötzlich leuchtete der See in einem kräftigen Grün. Was für ein toller Anblick! Natürlich wissen wir, dass die Lichtverhältnisse dafür verantwortlich sind. Aber der Moment hatte trotzdem etwas Besonderes. Da wartet man gemeinsam mit wildfremden Menschen auf die Sonne, kommt ins Gespräch und wird schließlich mit diesem Anblick belohnt.

    Wir wissen nicht, wie die anderen Thermalgebiete rund um Rotorua im Vergleich abschneiden, aber Wai-O-Tapu können wir auf jeden Fall empfehlen. Die Farben, der Dampf und die ungewöhnlichen Formen der Landschaft sind wirklich beeindruckend. Man steht davor und staunt, was die Natur hier geschaffen hat.

    Eine Pause am Lake Taupō – fast doppelt so groß wie der Gardasee

    Danach ging es weiter in Richtung Tongariro-Nationalpark. Unterwegs hielten wir immer wieder an schönen Aussichtspunkten, um Fotos zu machen und die Landschaft zu genießen.

    Schließlich entdeckten wir eine schöne Stelle am Lake Taupō. Hier legten wir eine Pause ein und ruhten uns etwa eine halbe Stunde am Ufer aus.

    Der See ist wirklich beeindruckend und wirkt mit seiner Weite beinahe wie ein Meer. Um sich die Größe einmal vorstellen zu können: Mit rund 616 Quadratkilometern ist er fast doppelt so groß wie der Gardasee! Er ist der größte See Neuseelands. Kaum zu glauben, wenn man am Ufer steht und versucht, das andere Ende zu erkennen.

    Der Lake Taupō ist vulkanischen Ursprungs. Wenn man bedenkt, welche gewaltigen Naturkräfte diese Landschaft einst geformt haben, bekommt der friedliche See noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Heute liegt er ruhig und wunderschön in der Landschaft – zumindest meistens.

    Eigentlich wollten wir die Gelegenheit nutzen und eine Runde schwimmen gehen. Doch daraus wurde leider nichts. Am Ufer lagen jede Menge Steine, die durch das Wasser unglaublich glatt geworden waren. Selbst mit Badeschuhen war es schwierig, sicheren Halt zu finden.

    Dazu kam ein überraschend kräftiger Wellengang, obwohl kaum Wind wehte. Wir konnten uns gar nicht erklären, woher die Wellen kamen. Jedenfalls war uns das Ganze dann doch etwas zu abenteuerlich, und so gingen wir nur bis zu den Knien ins Wasser.

    Ein richtiges Bad war das zwar nicht, aber die Pause am See war trotzdem wunderschön. Manchmal muss man seine Pläne eben spontan ändern. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

    Stellplatzsuche mit kleiner Überraschung

    Unser Tagesziel war der Whakapapa Holiday Park am Rand des Tongariro-Nationalparks. Die Suche nach unserem Stellplatz gestaltete sich allerdings etwas komplizierter als gedacht.

    Als wir ankamen, war die Rezeption bereits geschlossen. Zum Glück hatten wir vorher online reserviert. An der Rezeption gab es eine Box, aus der wir unsere Unterlagen samt Stellplatzplan abholen konnten.

    Doch als wir zu unserem zugewiesenen Platz fuhren, war dieser bereits von einem anderen Camper belegt. Und natürlich war niemand zu sehen, den wir hätten fragen können. Na toll – was nun?

    Zum Glück entdeckten wir an der Tür der Rezeption einen weiteren Plan. Darauf waren die Stellplätze markiert, die auch nach Büroschluss noch frei und beziehbar waren. So konnten wir uns selbst einen anderen Platz suchen.

    Das fanden wir richtig praktisch. Auch wenn es zunächst etwas umständlich war, konnten wir das Problem unkompliziert lösen. Ein gutes System für alle, die erst später am Abend ankommen!

    Nach dem Abendessen machten wir noch einen kurzen Spaziergang und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Nun heißt es, die Sachen für morgen vorzubereiten, denn es steht ein besonderes Abenteuer bevor: Wir wollen im Tongariro-Nationalpark wandern gehen.

    Wir sind gespannt, was uns dort erwartet, und hoffen natürlich auf gutes Wetter und tolle Ausblicke. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal auf eine erholsame Nacht nach einem abwechslungsreichen Tag voller Farben, Naturwunder und kleiner Reiseabenteuer.

    Tagesstrecke
    Gesamtstrecke bis heute 1814 km
  • Tag 17 – Neuseeland 2026

    24.10.2026: Rotorua (0 km)

    Übernachtung: Rotorua Thermal Holiday Park (65,- NZ$)

    Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang LTE 🛜

    Wetter: Tag: ☀️ 20°C (gefühlt 23°C), Nacht: 8°C

    Rotorua – Schwefelgeruch, Vegemite und ein Spaziergang durch die Stadt

    Frühstück mit einer besonderen Geschmackserfahrung

    Was kann schlimmer sein als der Geruch von Schwefel, der hier in Rotorua an vielen Ecken in der Luft liegt? Wir haben beim Frühstück eine Antwort auf diese Frage gefunden: Vegemite! 😄

    Vegemite ist ein typisch australischer Brotaufstrich, der aus Hefeextrakt hergestellt wird und für seinen sehr kräftigen, salzigen und leicht bitteren Geschmack bekannt ist. Er ist dunkelbraun, fast schwarz, und hat eine ziemlich intensive Würze. Schmeckt ungefähr wie, wenn man einen Maggiwürfel zerstößt, mit etwas Margarine vermischt und dann auf das Brot schmiert. Die Australier und auch manche Neuseeländer lieben ihn – am liebsten dünn auf gebuttertem Toast. Für ungeübte Gaumen ist die erste Begegnung damit allerdings eine echte Herausforderung. Da kann selbst der Schwefelgeruch von Rotorua fast appetitlicher erscheinen!

    Bei einem ausgedehnten Frühstück haben wir heute Morgen unsere Pläne für den Tag geschmiedet. Die umliegenden Thermalparks wollten wir heute erst einmal links liegen lassen. Die Eintrittspreise haben es nämlich ganz schön in sich! Stattdessen wollen wir uns morgen noch einen Park anschauen, der auf unserer weiteren Strecke liegt und hoffentlich etwas preisgünstiger ist.

    Also machten wir uns nach dem Frühstück vom Campingplatz aus zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt von Rotorua. Die nette Rezeptionistin hatte uns dafür einen kleinen Stadtplan mitgegeben und gleich noch den schönsten Weg eingezeichnet. So konnten wir die Strecke abseits des viel befahrenen Highways zurücklegen.

    Geothermie zum Nulltarif

    Schon auf dem Weg in die Stadt kamen wir an mehreren geothermisch aktiven Flächen vorbei. Und das Beste daran: Hier konnten wir dieses Naturschauspiel völlig kostenlos erleben!

    Auf einer größeren Fläche scheint die Natur regelrecht Pause zu machen. Kaum Vegetation, kein üppiges Grün – stattdessen kahle Erde, dampfende Stellen und überall kleine Öffnungen im Boden, aus denen Rauchschwaden aufsteigen. Wobei es natürlich kein gewöhnlicher Rauch ist, sondern vor allem Wasserdampf und Gase, die aus dem Erdinneren entweichen.

    Rotorua liegt in einer geothermisch sehr aktiven Region Neuseelands. Unter der Erdoberfläche ist ordentlich was los, und das macht sich nicht nur optisch bemerkbar. Der unverkennbare Schwefelgeruch gehört hier einfach dazu. Er ist zwar deutlich wahrnehmbar, aber zumindest an diesen Stellen noch auszuhalten, ohne sich ständig die Nase zuhalten zu müssen.

    Es ist schon faszinierend, wie selbstverständlich hier die Kräfte der Erde zum Vorschein kommen. Anderswo muss man für solche Naturerlebnisse Eintritt bezahlen – in Rotorua begegnet man ihnen teilweise einfach am Wegesrand.

    Eine kleine Verschnaufpause im Polynesian Spa

    Nach unserer ausgedehnten Tour durch die geothermischen Gebiete – und bevor wir unseren Stadtbummel fortsetzten – gönnten wir uns erst einmal eine kleine Belohnung. Im Polynesian Spa ließen wir uns einen Eisbecher schmecken.

    Das war genau das Richtige, um kurz durchzuschnaufen und neue Kräfte für den restlichen Tag zu sammeln. Schließlich sollte unser Spaziergang noch weitergehen.

    Government Gardens und das imposante Museum

    Anschließend besuchten wir die Government Gardens, eine der bekanntesten Parkanlagen Rotoruas. Die gepflegten Grünflächen und die historischen Gebäude bilden einen interessanten Kontrast zu den dampfenden und nach Schwefel riechenden Landschaften, die wir zuvor gesehen hatten.

    Besonders beeindruckend ist das Gebäude des Rotorua Museum, das sich im ehemaligen Badehaus der Stadt befindet. Der markante Bau mit seiner historischen Architektur und den auffälligen Fassaden wirkt ausgesprochen repräsentativ. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Badehaus errichtet und war Teil der damaligen Bemühungen, Rotorua als Kur- und Gesundheitszentrum bekannt zu machen. Es gilt als eines der bedeutenden historischen Bauwerke der Stadt.

    Das Museum selbst ist derzeit wegen notwendiger Erdbebensicherungsarbeiten geschlossen. Schon von außen ist das Gebäude aber sehenswert und erzählt viel über die Geschichte Rotoruas als Thermal- und Kurort.

    Wir schlenderten noch ein wenig durch die Government Gardens und genossen die besondere Atmosphäre dieser historischen Anlage. Nach den geothermischen Eindrücken war das ein schöner Wechsel.

    Ein Bummel durch Rotorua

    Danach ging es weiter durch die Innenstadt. Rotorua ist keine riesige Metropole, und so hatten wir die wichtigsten Einkaufsstraßen schnell erkundet. Es gibt einige Geschäfte, Cafés und zahlreiche Imbisse, in denen sich Besucher nach ihren Ausflügen stärken können.

    Wir ließen uns einfach ein bisschen treiben und schauten, was es zu entdecken gab. In einem Jadeladen wurden wir schließlich fündig und kauften noch ein paar Geschenke für zu Hause. Jade hat in Neuseeland eine besondere Bedeutung: Der grüne Stein, auch Pounamu genannt, ist für die Māori ein wertvolles Kulturgut und wird traditionell zu Schmuck und kunstvollen Anhängern verarbeitet.

    Damit hatten wir unseren Stadtbummel erfolgreich abgeschlossen. Rotorua hat uns heute einmal von einer anderen Seite überrascht: nicht nur mit seinen berühmten Thermalgebieten, sondern auch mit historischen Gebäuden, gepflegten Gärten und kleinen Geschäften, in denen man schöne Erinnerungsstücke findet.

    Unser Abend bei den Māori – ein Erlebnis für alle Sinne

    Nach unserem Stadtbummel durch Rotorua stand am Abend noch ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm: der Besuch eines Māori-Dorfes. Dafür haben wir immerhin 80 Euro pro Person bezahlt, und entsprechend gespannt waren wir, was uns erwarten würde. Wir wollten mehr über die Kultur, die Traditionen und die Geschichte der Māori erfahren – und natürlich waren wir neugierig, was dieser Abend für uns bereithalten würde.

    Auf Entdeckungstour durch den Wald

    Zu Beginn wurden wir von einem Māori empfangen, der uns einiges über sein Volk und dessen Lebensweise erzählte. Dann ging es zu Fuß in den Wald. Nach den Eindrücken des Tages in Rotorua, wo uns überall die geothermischen Dämpfe und der typische Schwefelgeruch begleitet hatten, war das eine ganz andere Art, die Umgebung zu erleben.

    Mit jedem Schritt tauchten wir tiefer in die Waldlandschaft ein. Die Bäume und die natürliche Umgebung bildeten die Kulisse für die Erklärungen unseres Führers. Wir hielten immer wieder an, um seinen Ausführungen zu lauschen und mehr über die Bedeutung der Natur und bestimmter Orte für die Māori zu erfahren. Es war schön, nicht einfach nur durch den Wald zu laufen, sondern immer wieder einen Grund zu haben, stehen zu bleiben und genauer hinzuschauen.

    Gerade solche Momente machen eine Reise interessant: Man ist an einem fremden Ort, sieht vieles zum ersten Mal und merkt, dass hinter Dingen, die zunächst ganz selbstverständlich wirken, oft eine lange Geschichte steckt.

    Der Haka – kraftvoll, laut und beeindruckend

    Ein Höhepunkt des Abends war die Vorführung der traditionellen Māori-Tänze. Uns wurde erklärt, welche Bedeutung die einzelnen Tänze und Gesten haben. Und natürlich durfte auch der berühmte Haka nicht fehlen.

    Man kennt ihn vielleicht aus dem Fernsehen, wenn die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft vor einem Spiel den Haka aufführt. Ihn selbst bei einer solchen Veranstaltung zu erleben, ist aber noch einmal etwas anderes.

    Die kräftigen Bewegungen, die ausdrucksstarken Gesichter und die lauten, rhythmischen Rufe machen deutlich, wie viel Energie in dieser Darbietung steckt. Wenn die Bewegungen aufeinander abgestimmt sind und die Stimmen gemeinsam einsetzen, entsteht eine besondere Dynamik. Man schaut nicht einfach nur zu, sondern bekommt ein Gefühl dafür, wie ausdrucksstark diese Tradition ist.

    Besonders interessant fanden wir, dass uns nicht nur etwas vorgeführt wurde. Zwischendurch erklärte unser Gastgeber immer wieder die Hintergründe und die Bedeutung der Bräuche. Dadurch konnten wir das Gesehene besser einordnen. Der Haka ist schließlich weit mehr als eine spektakuläre Show – er ist Ausdruck von Identität, Gemeinschaft und kultureller Geschichte.

    Endlich Essen – und davon reichlich!

    Nach den vielen Eindrücken ging es zum Essen. Und das war wirklich lecker! Vor allem war reichlich vorhanden, sodass wir uns ordentlich bedienen konnten. Nach unserem langen Tag mit dem Spaziergang durch Rotorua und dem Abendprogramm kam diese Stärkung gerade recht.

    Wir ließen es uns schmecken und konnten die bisherigen Erlebnisse noch einmal Revue passieren lassen. Solche gemeinsamen Mahlzeiten gehören für mich zu den schönen Momenten einer Reise: Man sitzt zusammen, genießt das Essen und lässt die Eindrücke auf sich wirken.

    Glühwürmchen in der Dunkelheit

    Doch der Abend war noch nicht vorbei. Als die Dunkelheit hereingebrochen war, machten wir uns erneut auf den Weg durch den Wald. Diesmal wartete ein ganz anderes Erlebnis auf uns: Wir besuchten Bereiche mit Glühwürmchen und sahen uns auch Höhlen an.

    In der Dunkelheit wirken selbst vertraute Dinge plötzlich anders. Man kann nicht mehr alles auf den ersten Blick erkennen, und die Aufmerksamkeit richtet sich viel stärker auf das, was tatsächlich zu sehen ist. Zwischen den dunklen Konturen der Umgebung wurden die kleinen Leuchtpunkte der Glühwürmchen sichtbar. Sie wirkten wie winzige Lichter, die in der Finsternis verteilt waren (Richtige Glühwürmchen wie wir sie aus Europa kennen, gibt es in Neuseeland allerdings nicht. Hier handelt es sich um die Larven von Pilzmücken, die ein kaltes blaugrünes Licht durch eine chemische Reaktion im Körper erzeugen, um kleine Beutetiere in klebrigen Seidenfäden zu fangen).

    Das war ein wunderschöner Kontrast zu den Eindrücken des Tages: Am Morgen hatten wir noch auf dampfende Flächen und Öffnungen im Boden geschaut, aus denen Wasserdampf und Gase aufsteigen. Jetzt waren wir in der Dunkelheit unterwegs und bestaunten die kleinen natürlichen Lichtpunkte im Wald.

    Auch das ursprüngliche Māori-Dorf wurde uns noch gezeigt. Damit bekamen wir weitere Einblicke in die Geschichte und Lebensweise der Māori. Es war ein schöner Abschluss eines Abends, an dem wir viel gesehen, gehört und gelernt hatten.

    Familiär? Na ja, nicht ganz!

    Bei aller Begeisterung gibt es aber auch etwas, das wir ehrlich ansprechen möchten.

    Die Veranstaltung war als mehr oder weniger familiäres Erlebnis angekündigt worden. Wir hatten uns darunter vorgestellt, in einer kleinen Gruppe unterwegs zu sein, mit etwas mehr persönlichem Kontakt und vielleicht auch der Gelegenheit, in Ruhe mit den Maori selbst ins Gespräch zu kommen.

    Die Realität sah allerdings anders aus: Es waren ungefähr 400 Besucher da!

    Bei so vielen Menschen ist es natürlich schwierig, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Man ist Teil einer großen Gruppe, folgt dem Programm und bekommt die verschiedenen Vorführungen und Erklärungen geboten. Das war zwar interessant, aber eben nicht ganz das, was wir uns unter einer persönlichen Begegnung mit der Māori-Kultur vorgestellt hatten.

    Ich hatte mir im Vorfeld sogar Gedanken darüber gemacht und per E-Mail versucht, einen persönlichen Kontakt herzustellen. Leider hat das nicht so geklappt, wie ich es mir erhofft hatte. Das fand ich schon schade. Denn gerade solche Begegnungen sind es doch, die eine Reise für mich besonders machen.

    Wir möchten nicht nur etwas über ein Land erfahren, sondern auch mit den Menschen ins Gespräch kommen. Wir möchten zuhören, Fragen stellen und vielleicht ein wenig davon erfahren, wie sie selbst ihre Traditionen erleben und was ihnen wichtig ist. Eine große Veranstaltung mit einem festen Programm kann viel Wissen vermitteln, aber sie bietet eben nur begrenzt Raum für solche persönlichen Momente.

    Lohnt sich der Besuch?

    Trotzdem war der Abend für uns insgesamt sehr schön. Wir haben viel gelernt, die traditionellen Tänze und den Haka erlebt, gut gegessen und zum Abschluss die Glühwürmchen in der Dunkelheit gesehen. Für rund 80 Euro pro Person bekommt man einiges geboten. Es war ein abwechslungsreiches Programm, und wir bereuen nicht, daran teilgenommen zu haben.

    Wenn uns jemand fragt, ob wir den Besuch empfehlen würden, lautet unsere Antwort deshalb: Ja, wenn man sich für die Kultur der Māori interessiert und das Geld dafür ausgeben möchte. Man sollte allerdings wissen, dass es bei einer Veranstaltung mit rund 400 Gästen eher ein touristisches Erlebnis als eine familiäre Begegnung ist.

    Wer dagegen, so wie wir, auf der Suche nach einem persönlicheren Austausch ist, dem würden wir empfehlen, gezielt nach kleineren Angeboten Ausschau zu halten. Vielleicht lohnt es sich, direkt Kontakt zu Māori-Gemeinschaften aufzunehmen oder nach einer Begegnung in einem Marae, einem traditionellen Versammlungsort, zu fragen. Dabei sollte man natürlich die jeweiligen Traditionen und Regeln respektieren und akzeptieren, dass nicht jede Gemeinschaft Besuche anbietet.

    Wir nehmen jedenfalls viele schöne Eindrücke mit. Besonders die Erklärungen zu den Tänzen, die kraftvolle Darbietung des Haka, das gute Essen und der nächtliche Spaziergang mit den Glühwürmchen werden uns in Erinnerung bleiben.

    Unser persönliches Fazit: Es war ein wirklich schöner und interessanter Abend, auch wenn wir uns unter einer familiären Veranstaltung etwas anderes vorgestellt hatten. Manchmal merkt man auf Reisen eben erst vor Ort, was einen erwartet. Und auch das gehört dazu: sich auf etwas Neues einzulassen, die schönen Seiten zu genießen und ehrlich zu sagen, was man sich anders gewünscht hätte.

    Für uns war es jedenfalls ein erlebnisreicher Abschluss unseres Tages in Rotorua – und vielleicht ergibt sich auf unserer weiteren Reise ja noch einmal die Gelegenheit, die Māori-Kultur auf eine etwas persönlichere Weise kennenzulernen.

    Und morgen? Da wartet vielleicht noch ein weiterer Thermalpark auf uns. Mal sehen, wie viel Schwefelgeruch und Eintrittsgeld wir dann verkraften!

  • Tag 16 – Neuseeland 2026

    23.10.2026: Maungatautari – Rotorua (89 km)

    Übernachtung: Rotorua Thermal Holiday Park (65,- NZ$)

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    Wetter: Tag: ☀️ 21°C, Nacht: 8°C

    Auf Tuchfühlung mit Kiwis und Schafen

    Heute stand ein ganz besonderes Erlebnis auf unserem Programm: Wir besuchten die National Kiwi Hatchery Aotearoa auf dem Gelände des Agrodome bei Rotorua. Hier dreht sich alles um Neuseelands Nationalvogel, den Kiwi. Wir wollten diese außergewöhnlichen Tiere endlich einmal mit eigenen Augen sehen – und unser Besuch sollte sich wirklich lohnen!

    Und warum heißt die Kiwi-Frucht eigentlich Kiwi?

    Übrigens gibt es noch eine interessante Verbindung zwischen unserem heutigen Erlebnis und der Frucht, die wir alle aus dem Supermarkt kennen. Ursprünglich stammt die Kiwi-Frucht nämlich gar nicht aus Neuseeland, sondern aus China. Dort wurde sie lange Zeit als chinesische Stachelbeere bezeichnet.

    Als die Frucht im 20. Jahrhundert in Neuseeland angebaut und später für den Export vermarktet wurde, suchte man nach einem Namen, der besser zu ihrer neuen Heimat passte. In den 1950er-Jahren setzte sich schließlich die Bezeichnung „Kiwi“ durch – angelehnt an den kleinen, braunen, flugunfähigen Vogel, der als Nationalsymbol Neuseelands gilt.

    Die Ähnlichkeit ist unverkennbar: Mit ihrer braunen, leicht pelzigen Schale erinnert die Frucht tatsächlich ein wenig an das Gefieder des Kiwis. So kam es, dass heute nicht nur der Vogel, sondern auch die beliebte Frucht untrennbar mit Neuseeland verbunden ist.

    Eine kleine Besonderheit gibt es allerdings: Während die Frucht international meist einfach „Kiwi“ heißt, nennen die Neuseeländer sich selbst ebenfalls gern „Kiwis“. Im Alltag muss man also manchmal aus dem Zusammenhang erkennen, ob gerade vom Vogel, von der Frucht oder von den Menschen des Landes die Rede ist!

    Ein faszinierender Einblick in die Welt der Kiwis

    Bei einer Führung erfuhren wir jede Menge über das Leben der Kiwis und die Herausforderungen, vor denen diese besonderen Vögel in Neuseeland stehen. Obwohl der Kiwi als Nationalsymbol des Landes gilt, ist seine Zukunft alles andere als gesichert. Die verschiedenen Kiwi-Arten sind durch eingeschleppte Raubtiere wie Hermeline, Frettchen, Wiesel und Hunde bedroht. Besonders die Küken sind gefährdet. Ohne Schutzmaßnahmen haben viele von ihnen kaum eine Chance, das Erwachsenenalter zu erreichen.

    Deshalb ist die Arbeit der Kiwi Hatchery so wichtig. Hier werden Eier aus der Natur eingesammelt, die Küken geschützt ausgebrütet und die Jungvögel aufgezogen. Wenn sie groß und kräftig genug sind, können sie in geschützte Gebiete ausgewildert werden. So hilft die Einrichtung dabei, die Bestände dieser einzigartigen Tiere zu sichern.

    Anschließend betraten wir einen speziell gestalteten Raum, der den natürlichen Lebensraum der Kiwis nachbildet. Es war dunkel, kühl und wirkte tatsächlich wie ein neuseeländischer Wald bei Nacht. Das hat seinen guten Grund: Kiwis sind überwiegend nachtaktiv und besitzen einen ausgesprochen feinen Geruchssinn. Mit ihrem langen Schnabel suchen sie im Waldboden nach Würmern, Insekten und anderen kleinen Tieren.

    Filmen und Fotografieren war dort ausdrücklich verboten, damit die Tiere nicht gestört werden. Deshalb gibt es von diesem Erlebnis leider keine Bilder. Dafür hatten wir das große Glück, gleich zwei Kiwis beobachten zu können: einen ausgewachsenen, stattlichen Vogel und einen gerade einmal fünf Monate alten Jungvogel. Es war faszinierend, diese Tiere einmal nicht nur aus Büchern oder von Bildern zu kennen, sondern sie tatsächlich vor sich zu sehen.

    Danach ging es noch in die eigentliche Aufzuchtstation. Dort konnten wir einen Blick hinter die Kulissen werfen und erfahren, wie die Eier ausgebrütet und die frisch geschlüpften Küken versorgt werden. Man könnte diesen Bereich beinahe als eine Art Wochenbett für die kleinen Kiwis bezeichnen. In einer geschützten Umgebung werden sie betreut und aufgepäppelt, bis sie für die nächsten Schritte ihrer Entwicklung bereit sind.

    Und auch hier hatten wir Glück: Wir durften sogar ein winziges Kiwi-Baby sehen! Ein wirklich besonderes Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auch hier galt natürlich: keine Fotos. Aber manchmal sind es gerade die Erlebnisse, die man nicht mit der Kamera festhalten kann, die einem besonders im Gedächtnis bleiben.

    Vom Kiwi zum Schaf – eine überraschende Entdeckung

    Nach so vielen spannenden Eindrücken wollten wir eigentlich nur noch ein wenig durch den Farmshop des Agrodome bummeln und uns umsehen. Doch dann gerieten wir eher zufällig in eine Vorführung rund um Neuseelands berühmte Schafwirtschaft.

    Was zunächst nach einer kleinen Zugabe aussah, entpuppte sich als ausgesprochen unterhaltsames und informatives Erlebnis. Neuseeland ist bekannt für seine Schafzucht, und wir bekamen verschiedene Schafrassen vorgestellt, die hier gehalten werden. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Tiere aussehen und welche Eigenschaften sie für die Landwirtschaft mitbringen.

    Besonders beeindruckend war die Vorführung der Hütehunde. Mit erstaunlicher Konzentration und auf die Kommandos ihres Trainers hin trieben sie die Schafe zusammen und dirigierten sie über die Fläche. Es war faszinierend zu sehen, wie eng Mensch und Hund bei dieser Arbeit zusammenarbeiten.

    Ein weiteres Highlight war das Schafscheren. Dabei konnten wir beobachten, wie geschickt und routiniert ein Schaf von seiner Wolle befreit wurde. Was für uns wie eine kleine Show aussah, gehört für viele neuseeländische Farmer zum ganz normalen Arbeitsalltag.

    Natürlich durften wir die Schafe anschließend auch streicheln. So kamen wir den Tieren ganz nah und konnten die Vorführung in aller Ruhe auf uns wirken lassen.

    Rückblickend war dieser ungeplante Zwischenstopp ein echter Glücksfall. Wir hatten nicht nur viel über Kiwis gelernt, sondern auch einen interessanten Einblick in einen wichtigen Teil der neuseeländischen Landwirtschaft erhalten.

    Auf nach Rotorua

    Nach diesem erlebnisreichen Tag machten wir uns schließlich auf den Weg nach Rotorua, um einen Campingplatz für die Nacht zu finden. Da Wochenende ist, war einiges los und viele Stellplätze waren bereits belegt. Die Suche gestaltete sich deshalb etwas schwieriger als gedacht.

    Aber am Ende hatten wir Glück und fanden einen Platz, mit dem wir zufrieden sein konnten. Der Camper stand, und wir konnten den Tag entspannt ausklingen lassen.

    Unser Fazit: Ein rundum gelungener Tag mit vielen interessanten Eindrücken, einem winzigen Kiwi-Baby, beeindruckenden Hütehunden und einer Menge neuer Erkenntnisse über Neuseelands Tierwelt. Manchmal sind es eben auch die spontanen Entdeckungen, die eine Reise besonders machen!

    Screenshot
    Screenshot
  • Tag 15 – Neuseeland 2026

    22.10.2026: Hahai – Maungatautari (211 km)

    Übernachtung: Hora Hora Domain Free (0,- NZ$)

    Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang LTE

    Wetter: Tag: ☀️ 21°C, Nacht: 7°C

    Cathedral Cove und ein Strand voller heißer Überraschungen

    Nach einem wunderschönen Sonnenaufgang und einem leckeren Frühstück mit herrlichem Blick auf das Meer packten wir unsere Sachen zusammen. Unseren Camper ließen wir auf dem Parkplatz stehen, denn um 10 Uhr wollten wir mit dem Wassertaxi zur berühmten Cathedral Cove fahren.

    Schon die Anfahrt vom Wasser aus war ein Erlebnis. Die Küste zeigte sich von ihrer schönsten Seite: türkisblaues Meer, helle Sandstrände und bizarre Felsformationen, die über Jahrtausende von Wind und Wellen geformt wurden. Das Highlight ist ein gewaltiger Felsdurchgang, der an das Portal einer Kathedrale erinnert. Durch diesen natürlichen Durchgang blickt man auf einen weiteren Strandabschnitt, eingerahmt von beeindruckenden Felsen. Ein traumhafter Anblick und ein Ort, an dem man am liebsten die Zeit vergessen würde.

    Für den Rückweg entschieden wir uns, zu Fuß zu gehen und den Wanderweg entlang der Küste zu nehmen. Auch dieser Weg hatte wieder einiges zu bieten: üppiges Grün, Farne und eine Vielzahl anderer subtropischer Pflanzen begleiteten uns auf unserer Wanderung.

    Auf dem letzten Stück passierte uns dann allerdings ein kleines Missgeschick. Wir gerieten versehentlich auf einen eigentlich gesperrten Abschnitt des Weges. Dort entdeckten wir die Spuren eines Erdrutsches, der vermutlich der Grund für die Sperrung war. Zum Glück konnten wir die Stelle passieren, ohne dass uns etwas zustieß. Im Nachhinein war uns allerdings klar, dass eine Absperrung nicht ohne Grund dort steht.

    Wieder am Camper angekommen, setzten wir unsere Fahrt fort. Unser nächstes Ziel lag gar nicht weit entfernt: der Hot Water Beach.

    Ein warmes Bad im Sand – und eine neue Vogelbegegnung

    Am Hot Water Beach angekommen, spazierten wir zunächst am Strand entlang und beobachteten das bunte Treiben. Überall versuchten Besucher, die unterirdischen heißen Quellen aufzuspüren. Mit Schaufeln bewaffnet, gruben sie Löcher in den Sand, um sich ihren eigenen kleinen Thermalpool zu schaffen.

    Natürlich wollten wir das auch ausprobieren! Doch so einfach, wie es aussah, war es offenbar nicht. Wir hatten gehört, dass man an manchen Stellen kleine Bläschen aufsteigen sehen könne, die auf das heiße Wasser im Untergrund hinweisen. Wir suchten und suchten, aber die richtigen Stellen fanden wir einfach nicht.

    Dazu kam, dass es inzwischen schon recht spät war und die Flut langsam näher rückte. Die besten Bedingungen hatten wir also offenbar verpasst.

    Schließlich entdeckten wir zwei Schweizerinnen, die sich bereits eine Mulde gegraben hatten und gemütlich im warmen Wasser saßen. Wir schauten uns das Ganze genauer an, und ich versuchte, mit dem Fuß selbst ein wenig Sand beiseitezuschieben. Und tatsächlich: Unter der Oberfläche war das Wasser richtig warm, an manchen Stellen sogar erstaunlich heiß!

    Auch wenn es mit unserem eigenen Thermalpool nicht geklappt hatte, war es ein spannendes Erlebnis, diese ungewöhnliche Naturerscheinung einmal selbst zu spüren. Wer kann schließlich schon behaupten, am Strand im Sand zu stehen und unter den eigenen Füßen heißes Wasser zu entdecken?

    Doch damit war unser Besuch am Hot Water Beach noch nicht ganz zu Ende. Am Strand begegnete uns noch ein weiterer gefiederter Bewohner Neuseelands, den wir bisher nicht gesehen hatten: ein Austernfischer. Natürlich musste auch dieser neue Vogel fotografisch festgehalten werden. Das Foto seht ihr hier im Blog.

    Damit hatten wir wieder einige besondere Eindrücke gesammelt: eine spektakuläre Küstenlandschaft, heiße Quellen unter dem Sand und eine weitere Begegnung mit der faszinierenden Vogelwelt Neuseelands. Anschließend setzten wir unsere Reise fort. Wohin es uns als Nächstes verschlug, erzählen wir im weiteren Verlauf unseres Tagesberichts.

    Die Besucher graben sich einfach eine Mulde in den Sand, lassen das warme Wasser hineinlaufen und schaffen sich so ihren ganz persönlichen kleinen Thermalpool direkt am Meer. Ein ungewöhnliches Badevergnügen, bei dem Natur und Strandurlaub auf ganz besondere Weise zusammenkommen.

    Auf alten Eisenbahngleisen durch die Karangahake Gorge

    Unser nächster Stopp führte uns zur Karangahake Gorge, einer beeindruckenden Schlucht, in der sich Natur und Geschichte auf besondere Weise verbinden.

    Hier verlief früher eine Eisenbahnstrecke, die Paeroa mit Waihi verband. Sie wurde vor allem für den Transport von Menschen und Gütern in einer Region genutzt, die durch den Goldbergbau geprägt war. Die Strecke wurde 1905 eröffnet. Nachdem 1978 der neue Kaimai-Eisenbahntunnel in Betrieb genommen worden war, wurde die alte Verbindung stillgelegt. Heute kann man auf dem historischen Wanderweg einen Teil dieser Strecke erkunden.

    Besonders gespannt waren wir auf den alten Eisenbahntunnel. Und der hatte es tatsächlich in sich: Rund einen Kilometer ist er lang! Wir machten uns zu Fuß auf den Weg und liefen durch den langen, beleuchteten Tunnel, der sich durch den Fels zieht. Es ist schon ein besonderes Gefühl, dort entlangzugehen, wo früher Züge durch die Berge fuhren. Statt des Ratterns der Räder und des Pfeifens einer Lokomotive hörten wir heute unsere eigenen Schritte.

    Uns hat dieser Abstecher richtig gut gefallen. Die Kombination aus der alten Eisenbahntechnik, der spannenden Geschichte der Region und der eindrucksvollen Landschaft der Schlucht machte diesen Ort zu einem lohnenden Zwischenstopp.

    Danach hieß es wieder: Camper startklar machen und weiterfahren. Noch ungefähr 70 Kilometer lagen vor uns, bevor wir uns nach einem Platz für die Nacht umsahen.

    Schließlich fanden wir einen kostenlosen Campingplatz, der sich als echter Glücksgriff herausstellte. Statt eines gewöhnlichen Stellplatzes erwartete uns eine wunderschöne Lage direkt an einem See. Nach den Erlebnissen des Tages konnten wir hier wunderbar zur Ruhe kommen und den Abend in dieser herrlichen Umgebung ausklingen lassen.

    Wieder einmal zeigte sich, dass es auf unserem Roadtrip nicht immer die großen, berühmten Sehenswürdigkeiten sein müssen. Manchmal sind es gerade die unerwarteten Entdeckungen unterwegs und ein schöner Platz für die Nacht, die einen Reisetag perfekt machen.

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  • Tag 14 – Neuseeland 2026

    21.10.2026: Karaka – Hahai, Coromandel Peninsula ( 158 km)

    Übernachtung: Tasman Holiday Park Hahai Beach, 105,- NZ$ (51,- €)

    Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang LTE , 🛜

    Wetter: Tag: ☀️ 21°C, Nacht: 7°C

    Coromandel-Halbinsel – Wäsche, Cathedral Cove und ein unvergesslicher Delfinbesuch

    Heute führte uns unsere Reise auf die wunderschöne Coromandel-Halbinsel. Unser erstes Ziel war Hahei, ein kleiner Küstenort, der für seine traumhaften Strände und die berühmte Cathedral Cove bekannt ist. Wir hatten uns einen besonders schönen Campingplatz ausgesucht, denn heute standen neben den Erkundungen auch einmal wieder ganz praktische Dinge auf dem Programm: duschen und Wäsche waschen. Auch das gehört schließlich zum Leben im Camper dazu!

    Schon bei unserer Ankunft waren wir begeistert. Der Campingplatz liegt direkt an einem herrlichen Strand in einer traumhaften Bucht. Weißer Sand, türkisblaues Wasser und überall kleine vorgelagerte Inseln und Felsen – eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Da fiel es uns nicht schwer, erst einmal einen Gang herunterzuschalten und die wunderbare Umgebung zu genießen.

    Während die Waschmaschine ihre Arbeit erledigte, zog es uns natürlich an den Strand. Wir spazierten am Wasser entlang, ließen den Blick über die Bucht schweifen und überlegten, wie wir unseren Besuch der berühmten Cathedral Cove gestalten wollten. Diese beeindruckende Felsformation mit ihrem natürlichen Felstor gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Coromandel-Halbinsel. Wir wollten uns die Bucht sowohl vom Wasser aus bei einer kleinen Bootsfahrt als auch zu Fuß auf einem Teil des Küstenwanderwegs anschauen.

    Zwischendurch schlenderten wir noch ein wenig durch den kleinen Ort Hahei und gönnten uns einen Kaffee. Es war einer dieser entspannten Urlaubstage, an denen man nichts überstürzen muss und einfach das Leben genießen kann.

    Doch dann wartete noch eine Überraschung auf uns, mit der wir überhaupt nicht gerechnet hatten!

    Als wir später zum Strand zurückkehrten, trauten wir unseren Augen kaum: Delfine schwammen mitten in unserer Bucht! Sie bewegten sich immer wieder quer durch das Wasser, während Menschen badeten oder mit ihren Kajaks unterwegs waren. Die Tiere schwammen mehrfach durch die gesamte Bucht und schienen dabei richtig Spaß zu haben.

    Wir standen am Strand und konnten dieses Schauspiel kaum fassen. Delfine in freier Wildbahn aus nächster Nähe zu erleben, ist etwas ganz anderes, als sie irgendwo in einer Dokumentation zu sehen. Sie einfach in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, wie sie durchs Wasser gleiten und ihre Bahnen ziehen, war unglaublich beeindruckend.

    Und das alles direkt vor unserem Campingplatz! Wir hatten den Tag mit dem ganz praktischen Vorhaben begonnen, Wäsche zu waschen und endlich wieder ausgiebig zu duschen. Dass wir dafür mit einem solchen Naturerlebnis belohnt würden, hätten wir uns am Morgen niemals träumen lassen.

    Für uns war das einer dieser besonderen Momente, die eine Reise unvergesslich machen. Die traumhafte Bucht von Hahei hatte uns ohnehin schon begeistert – aber die Delfine setzten dem Ganzen noch die Krone auf. Ein Tag, an den wir uns ganz bestimmt noch lange erinnern werden!

  • Tag 13 – Neuseeland 2026

    20.10.2026: Opononi – Karaka ( 336 km)

    Übernachtung: Hingaia Reserve Freedom Camping, 20,- NZ$ (10,- €)

    Mobilfunkempfang: Mobilfunkempfang LTE

    Wetter: Tag: ☀️ 20°C, Nacht: 7°C

    Ein Baumriese, nette Begegnungen und eine Stellplatzsuche

    Nach dem Frühstück auf einem privaten Campingplatz setzten wir unsere Reise fort. Die Lage war herrlich, die Nacht angenehm ruhig – und das Beste: Es war niemand mehr dazugekommen. Wir hatten eine riesige Wiese ganz für uns allein. Solche Momente genießen wir auf unserer Reise besonders, wenn wir morgens in aller Ruhe frühstücken und die Natur um uns herum auf uns wirken lassen können.

    Unser nächstes Ziel war der Tāne Mahuta im Waipoua Forest, einer der berühmtesten Bäume Neuseelands. Schon der kurze Weg durch den Wald war ein Erlebnis, doch dann standen wir vor diesem gewaltigen Kauri-Baum. Tāne Mahuta bedeutet so viel wie „Herr des Waldes“. Er ist schätzungsweise 1.500 bis 2.000 Jahre alt, etwa 51 Meter hoch und der größte noch lebende Kauri-Baum Neuseelands.

    Für die Māori hat dieser Baum eine besondere spirituelle Bedeutung. Tāne ist in ihrer Mythologie der Gott des Waldes und der Vögel. Der Überlieferung nach trennte er einst seinen Vater, den Himmelsvater Ranginui, von seiner Mutter, der Erdmutter Papatūānuku, und schuf damit Raum für die Welt, wie wir sie heute kennen. Alle Lebewesen des Waldes gelten als seine Kinder.

    Vor diesem Baum zu stehen, muss man erst einmal auf sich wirken lassen. Da steht ein Lebewesen, das schon existierte, lange bevor viele Dinge entstanden, die wir heute für selbstverständlich halten. Während wir davorstanden, wurde uns bewusst, wie klein wir Menschen eigentlich sind und wie viel Geschichte in einem einzigen Baum stecken kann. Ein beeindruckender Zwischenstopp, der uns sicher in Erinnerung bleiben wird.

    Anschließend ging unsere Fahrt weiter über Dargaville. Dort entdeckten wir ein gemütliches Vintage-Café, in dem wir eine Pause einlegten und uns einen leckeren Kaffee gönnten. Besonders schön waren die Begegnungen mit den Menschen dort. Sie waren ausgesprochen nett und erzählten uns einiges über ihr Land und das Leben in Neuseeland. Dabei kam auch der Vergleich der Westküste Neuseelands auf der Südinsel mit Schottland zur Sprache. Offenbar sehen manche Menschen durchaus Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern – vielleicht die grünen Landschaften, die Natur und die besondere Atmosphäre. Der Besitzer des Cafe‘s erzählte uns noch, dass er einmal in Paris war und dort gesehen hatte, dass in einem Cafe die Gäste im Schaufenster sitzen und ihren Kaffee genießen können. Das hat er in seinem Vintage-Cafe nachempfunden. Und wir bekamen auch noch ein kleines Buch „100 BIG THINGS in Aotearoa“ geschenkt. Wir fanden es jedenfalls spannend, Neuseeland einmal aus der Perspektive der Einheimischen kennenzulernen.

    Screenshot

    Nach Kaffee und netten Gesprächen machten wir uns wieder auf den Weg. Unser nächstes Ziel war Long Bay, wo wir in einem Park übernachten wollten. Nach unseren Informationen sollte es dort möglich sein, mit dem Camper frei zu stehen. Doch vor Ort kam die Ernüchterung: Der Long Bay Regional Park war für Wohnmobile und Camper noch geschlossen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als weiterzufahren.

    Da die Rushhour in Auckland inzwischen vorbei war, nutzten wir die Gelegenheit und entschieden uns, die Stadt gleich noch hinter uns zu lassen. So konnten wir dem abendlichen Verkehr entgehen und uns in Ruhe auf die Suche nach einem Stellplatz weiter südlich machen. Rund 20 Kilometer hinter Auckland hielten wir schließlich Ausschau nach einer Übernachtungsmöglichkeit.

    Inzwischen wurde es allerdings schon fast dunkel, und wir wollten nicht noch lange herumfahren. Also entschieden wir uns spontan für einen Stellplatz direkt an der Straße. Besonders schön war es dort zwar nicht, aber manchmal muss man auf einer solchen Reise eben pragmatisch sein. Für eine Nacht würde es reichen.

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  • Tag 12 – Neuseeland 2026

    19.10.2026: Taputaputa Beach – Opononi (139 km)

    Übernachtung: Kouto Mangeroa Picnic Area, 20,- NZ$ (10,- €)

    Wetter: Tag: 🌤️ ☀️ 19°C, Nacht: 6°C

    Cape Reinga – ein besonderer Ort am Ende der Straße

    Nach einem wunderschönen Frühstück direkt am Strand setzten wir unsere Reise fort. Unser Ziel war Cape Reinga, einer der beeindruckendsten und zugleich spirituell bedeutendsten Orte Neuseelands.

    Hier, ganz im Norden der Nordinsel, treffen die Tasmansee und der Pazifische Ozean aufeinander. Doch für die Māori ist dieses Kap weit mehr als ein spektakulärer Aussichtspunkt. Sie nennen es Te Rerenga Wairua – den Ort, an dem die Seelen aufbrechen. Nach ihrem Glauben treten die Seelen der Verstorbenen hier ihre letzte Reise an, um in die ursprüngliche Heimat ihrer Vorfahren, Hawaiki, zurückzukehren. Ein uralter Pohutukawa-Baum an der Steilküste spielt dabei eine besondere Rolle. Dieser spirituelle Hintergrund verleiht dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre.

    Wir nahmen uns Zeit, die Umgebung zu erkunden, und machten einen kurzen Spaziergang auf einem Küstenpfad. Immer wieder öffneten sich herrliche Ausblicke auf das Meer und die zerklüftete Küste. In der Ferne war auch das Cape Maria van Diemen zu sehen. Dann wurde es Zeit, vom nördlichsten Teil Neuseelands Abschied zu nehmen.

    Auf den Spuren der Gumdiggers

    Auf unserem Weg weiter nach Süden legten wir noch einen Zwischenstopp im Gumdiggers Park bei Awanui ein. Auf einem Naturlehrpfad tauchten wir in ein Stück neuseeländischer Geschichte ein und erfuhren mehr über die sogenannten Gumdiggers, die vor vielen Jahrzehnten im Norden des Landes nach dem wertvollen Harz der mächtigen Kauri-Bäume suchten.

    Es war schon faszinierend, sich vorzustellen, wie die Menschen damals mit einfachen Werkzeugen durch die Erde gruben und nach den begehrten Harzstücken suchten. Das Kauri-Harz, das über viele Jahre an den Bäumen und im Boden ausgehärtet war, wurde mühsam gesammelt und anschließend vor allem für die Herstellung von Lacken und Firnissen verarbeitet. Für die Māori hatte das Harz schon lange vorher eine wichtige Bedeutung, unter anderem zum Feuermachen und für traditionelle Tätowierfarben.

    Beim Spaziergang über den Naturlehrpfad konnten wir uns gut vorstellen, wie beschwerlich diese Arbeit gewesen sein muss. Es war ein interessanter Kontrast zu den großartigen Landschaften, die wir in den vergangenen Tagen erlebt hatten: Hier ging es einmal nicht nur um die Natur selbst, sondern auch um die Menschen, die über Generationen hinweg von ihr gelebt und gearbeitet hatten.

    Nach diesem lohnenswerten Zwischenstopp fuhren wir noch einige Kilometer bis wir den geplanten Stellplatz für die Nacht erreichten.

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  • Tag 11 – Neuseeland 2026

    18.10.2026: Waipapakauri – Taputaputa Beach (106 km)

    Übernachtung: Taputaputa Campground, 32,- NZ$ (16,- €)

    Wetter: Tag: 🌤️ ☀️ 19°C, Nacht: 6°C

    Nach einem Frühstück in der Sonne sind wir vor dem Start noch ausgiebig Duschen gegangen. Alice- die Verwalterin des Campgrounds und nach eigenen Angaben „Sexistin“ (mit einem Augenzwinkern) hatte mir beim Check-In eine zusätzliche kostenlose Duschmarke für Sylke mitgegeben. Danach gab es noch kurz beim Dumpen (Grauwassertank und Thetford-Kassette) ein kleines Refreshing für das Wohnmobil.

    Das Tagesziel war ursprünglich Cape Reinga an der Nordspitze der Insel. Die Besiedlung wird dünner und irgendwo unterwegs gab es schon einen Hinweis auf die letzte Tankstelle vor „Lands End“. Nach ein paar Kiwi-Plantagen ging die Fahrt nur noch durch die hügelige Küstenlandschaft- ausgedehnten grünen Wiesen mit weißen Punkten… unzählige Schafe!

    Das Land der Inselspitze wird schmal und irgendwann konnten wir zu beiden Seiten der Straße das Meer sehen. Links die „Giant Dunes“ an der Tasmanischen See und rechts die seichten Dünenlandschaften des Pazifik.

    Da es direkt am Cape Reinga keine Möglichkeit für eine Übernachtung gibt, sind wir kurz vorher vom Highway 1 abgebogen. Eine unbefestigte Straße führte uns abwärts zu unserem heutigen Schlafplatz direkt am Meer. Schon auf dem Weg hinunter hatten wir eine faszinierende Sicht auf diese unglaublich schöne Bucht mit dem weißen Strand.

    Unsere geplante Wanderung über den Te Paki CoastalTrack konnten wir leider nicht machen, da dieser Wanderweg bis auf unbestimmte Zeit gesperrt ist. Wir entschieden uns deshalb für einen ruhigen Tag in der Bucht.

  • Tag 10 – Neuseeland 2026

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