20.10.2026: Opononi – Karaka ( 336 km)
Übernachtung: Hingaia Reserve Freedom Camping, 20,- NZ$ (10,- €)
Mobilfunkempfang:
LTE
Wetter: Tag: ☀️ 20°C, Nacht: 7°C









Ein Baumriese, nette Begegnungen und eine Stellplatzsuche
Nach dem Frühstück auf einem privaten Campingplatz setzten wir unsere Reise fort. Die Lage war herrlich, die Nacht angenehm ruhig – und das Beste: Es war niemand mehr dazugekommen. Wir hatten eine riesige Wiese ganz für uns allein. Solche Momente genießen wir auf unserer Reise besonders, wenn wir morgens in aller Ruhe frühstücken und die Natur um uns herum auf uns wirken lassen können.
Unser nächstes Ziel war der Tāne Mahuta im Waipoua Forest, einer der berühmtesten Bäume Neuseelands. Schon der kurze Weg durch den Wald war ein Erlebnis, doch dann standen wir vor diesem gewaltigen Kauri-Baum. Tāne Mahuta bedeutet so viel wie „Herr des Waldes“. Er ist schätzungsweise 1.500 bis 2.000 Jahre alt, etwa 51 Meter hoch und der größte noch lebende Kauri-Baum Neuseelands.
Für die Māori hat dieser Baum eine besondere spirituelle Bedeutung. Tāne ist in ihrer Mythologie der Gott des Waldes und der Vögel. Der Überlieferung nach trennte er einst seinen Vater, den Himmelsvater Ranginui, von seiner Mutter, der Erdmutter Papatūānuku, und schuf damit Raum für die Welt, wie wir sie heute kennen. Alle Lebewesen des Waldes gelten als seine Kinder.
Vor diesem Baum zu stehen, muss man erst einmal auf sich wirken lassen. Da steht ein Lebewesen, das schon existierte, lange bevor viele Dinge entstanden, die wir heute für selbstverständlich halten. Während wir davorstanden, wurde uns bewusst, wie klein wir Menschen eigentlich sind und wie viel Geschichte in einem einzigen Baum stecken kann. Ein beeindruckender Zwischenstopp, der uns sicher in Erinnerung bleiben wird.
Anschließend ging unsere Fahrt weiter über Dargaville. Dort entdeckten wir ein gemütliches Vintage-Café, in dem wir eine Pause einlegten und uns einen leckeren Kaffee gönnten. Besonders schön waren die Begegnungen mit den Menschen dort. Sie waren ausgesprochen nett und erzählten uns einiges über ihr Land und das Leben in Neuseeland. Dabei kam auch der Vergleich der Westküste Neuseelands auf der Südinsel mit Schottland zur Sprache. Offenbar sehen manche Menschen durchaus Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern – vielleicht die grünen Landschaften, die Natur und die besondere Atmosphäre. Der Besitzer des Cafe‘s erzählte uns noch, dass er einmal in Paris war und dort gesehen hatte, dass in einem Cafe die Gäste im Schaufenster sitzen und ihren Kaffee genießen können. Das hat er in seinem Vintage-Cafe nachempfunden. Und wir bekamen auch noch ein kleines Buch „100 BIG THINGS in Aotearoa“ geschenkt. Wir fanden es jedenfalls spannend, Neuseeland einmal aus der Perspektive der Einheimischen kennenzulernen.




Nach Kaffee und netten Gesprächen machten wir uns wieder auf den Weg. Unser nächstes Ziel war Long Bay, wo wir in einem Park übernachten wollten. Nach unseren Informationen sollte es dort möglich sein, mit dem Camper frei zu stehen. Doch vor Ort kam die Ernüchterung: Der Long Bay Regional Park war für Wohnmobile und Camper noch geschlossen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als weiterzufahren.
Da die Rushhour in Auckland inzwischen vorbei war, nutzten wir die Gelegenheit und entschieden uns, die Stadt gleich noch hinter uns zu lassen. So konnten wir dem abendlichen Verkehr entgehen und uns in Ruhe auf die Suche nach einem Stellplatz weiter südlich machen. Rund 20 Kilometer hinter Auckland hielten wir schließlich Ausschau nach einer Übernachtungsmöglichkeit.
Inzwischen wurde es allerdings schon fast dunkel, und wir wollten nicht noch lange herumfahren. Also entschieden wir uns spontan für einen Stellplatz direkt an der Straße. Besonders schön war es dort zwar nicht, aber manchmal muss man auf einer solchen Reise eben pragmatisch sein. Für eine Nacht würde es reichen.


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