19.10.2026: Taputaputa Beach – Opononi (139 km)
Übernachtung: Kouto Mangeroa Picnic Area, 20,- NZ$ (10,- €)
Wetter: Tag: 🌤️ ☀️ 19°C, Nacht: 6°C









Cape Reinga – ein besonderer Ort am Ende der Straße
Nach einem wunderschönen Frühstück direkt am Strand setzten wir unsere Reise fort. Unser Ziel war Cape Reinga, einer der beeindruckendsten und zugleich spirituell bedeutendsten Orte Neuseelands.
Hier, ganz im Norden der Nordinsel, treffen die Tasmansee und der Pazifische Ozean aufeinander. Doch für die Māori ist dieses Kap weit mehr als ein spektakulärer Aussichtspunkt. Sie nennen es Te Rerenga Wairua – den Ort, an dem die Seelen aufbrechen. Nach ihrem Glauben treten die Seelen der Verstorbenen hier ihre letzte Reise an, um in die ursprüngliche Heimat ihrer Vorfahren, Hawaiki, zurückzukehren. Ein uralter Pohutukawa-Baum an der Steilküste spielt dabei eine besondere Rolle. Dieser spirituelle Hintergrund verleiht dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre.
Wir nahmen uns Zeit, die Umgebung zu erkunden, und machten einen kurzen Spaziergang auf einem Küstenpfad. Immer wieder öffneten sich herrliche Ausblicke auf das Meer und die zerklüftete Küste. In der Ferne war auch das Cape Maria van Diemen zu sehen. Dann wurde es Zeit, vom nördlichsten Teil Neuseelands Abschied zu nehmen.
Auf den Spuren der Gumdiggers
Auf unserem Weg weiter nach Süden legten wir noch einen Zwischenstopp im Gumdiggers Park bei Awanui ein. Auf einem Naturlehrpfad tauchten wir in ein Stück neuseeländischer Geschichte ein und erfuhren mehr über die sogenannten Gumdiggers, die vor vielen Jahrzehnten im Norden des Landes nach dem wertvollen Harz der mächtigen Kauri-Bäume suchten.
Es war schon faszinierend, sich vorzustellen, wie die Menschen damals mit einfachen Werkzeugen durch die Erde gruben und nach den begehrten Harzstücken suchten. Das Kauri-Harz, das über viele Jahre an den Bäumen und im Boden ausgehärtet war, wurde mühsam gesammelt und anschließend vor allem für die Herstellung von Lacken und Firnissen verarbeitet. Für die Māori hatte das Harz schon lange vorher eine wichtige Bedeutung, unter anderem zum Feuermachen und für traditionelle Tätowierfarben.
Beim Spaziergang über den Naturlehrpfad konnten wir uns gut vorstellen, wie beschwerlich diese Arbeit gewesen sein muss. Es war ein interessanter Kontrast zu den großartigen Landschaften, die wir in den vergangenen Tagen erlebt hatten: Hier ging es einmal nicht nur um die Natur selbst, sondern auch um die Menschen, die über Generationen hinweg von ihr gelebt und gearbeitet hatten.
Nach diesem lohnenswerten Zwischenstopp fuhren wir noch einige Kilometer bis wir den geplanten Stellplatz für die Nacht erreichten.


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